Vorschau


Ab 25. April in Erstaufführung:

EN GUERRE (Streik)

Frankreich 2018 | frz. O.m.U. | 114 Min.
Regie: Stéphane Brizé
Drehbuch: Stéphane Brizé, Olivier Gorce
Kamera: Eric Dumont
Musik: Bertrand Blessing
Darsteller: Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie, David Rey, Olivier Lemaire, Martin Hauser

Im südfranzösischen Aden droht dem Werk der Perrin-Industrie, dem größten Arbeitgeber der Region, die Schließung. Obwohl die gut tausend Mitarbeiter bereits große Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeiten gemacht hatten, um ihre Jobs zu erhalten, und trotz Rekordgewinnen will der Betreiber – inzwischen ein deutscher Konzern – die Fabrik aufgeben. Gemeinsam und solidarisch protestieren die Arbeiter gegen die Schließung des Werks. Der altgediente, erfahrene Gewerkschaftler Laurent Amédéo führt den Streik an. Doch die Verhandlungen dauern endlos lang und schon bald wird der Ton rauer. Es entspinnt sich ein nervenzehrender Existenzkampf, der auch unter den Streikenden Zwietracht aufkommen lässt…
Stéphane Brizé, dessen Film DER WERT DES MENSCHEN (2015) in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde, setzt auch in seinem neuen Film ganz auf Hauptdarsteller Vincent Lindon, der als unbeugsamer Kämpfer für Gerechtigkeit an seine Grenzen geht.


Ab 25. April in Erstaufführung:

TEA WITH THE DAMES – EIN UNVERGESSLICHER NACHMITTAG (NOTHING LIKE A DAME)

Großbritannien 2018 | engl. O.m.U. | 84 Min. | Dokumentarfilm
Regie: Roger Michell
Kamera: Eben Bolter
Mit: Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright, Maggie Smith

Die vier außergewöhnlichen Freundinnen Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith – Grandes Dames des Films – treffen sich seit mehr als 50 Jahren immer wieder in einem Cottage zum Tee. Very british plaudern sie dort lustvoll und witzig über ihre Leben und den neuesten Klatsch, erinnern sich an alte Zeiten, ihre Erfahrungen am Theater, im Fernsehen und im Kino. Mit viel Humor erzählen sie freimütig und ohne jegliche Sentimentalität von ihren Anfängen auf der Bühne, von prägenden Erfahrungen, den Macken berühmter Berufskollegen und Ex-Ehemänner und vom Lampenfieber. Doch vor allem haben die geadelten Damen Spaß miteinander und ihr Lachen und Humor sind unwiderstehlich und hochansteckend!
Der mehrfach preisgekrönte Regisseur Roger Michell (NOTTING HILL) durfte die vier von der britischen Königin mit dem Titel „Dame“ in den Ritterstand erhobenen Schauspielerinnen bei ihrem Tee-Plausch mit der Kamera begleiten!


Sonntagsmatinee 28. April, 11:00 Uhr in Anwesenheit des Protagonisten
Dr. Stephan Klingen, Zentralinstitut für Kunstgeschichte

AUCH LEBEN IST EINE KUNST – DER FALL MAX EMDEN

Deutschland 2018 | 90 Min. | Dokumentarfilm
Regie: Eva Gerberding, André Schäfer
Kamera: Bernd Meiners, Harald Rammler, Andy Lehmann
Musik: Ritchie Staringer
Mit: Juan Carlos Emden, Dr. Stephan Klingen u.a.

Den Namen Max Emden kennt heute fast niemand mehr – Emdens Kaufhäuser schon: etwa das KaDeWe in Berlin oder Oberpollinger in München. In den 1920ern erarbeitete der jüdische Geschäftsmann damit ein Vermögen und gehörte zu den bedeutendsten Kunstmäzenen Hamburgs. 1928 musste er in die Schweiz emigrieren. Er erwarb Inseln im Lago Maggiore und stattete dort eine Villa mit seiner einzigartigen Kunstsammlung aus, u.a. mit Werken von Van Gogh, Canaletto und Monet. Emden beherrschte die Lebenskunst wie kein Zweiter. Er führte ein glamouröses Leben, doch der lange Arm der Nazis erreichte ihn schließlich auch in der Schweiz – er verlor alles. Bis heute
kämpfen seine Erben für eine angemessene Entschädigung. Der Film begibt sich mit seinem Enkel Juan Carlos Emden auf die Spuren Max Emdens, um herauszufinden, was mit seiner Kunstsammlung tatsächlich geschah.


Voraussichtlich ab 2. Mai in Erstaufführung:

LA DERNIÈRE FOLIE DE CLAIRE DARLING (Der Flohmarkt von Madame Claire)

Frankreich 2018 | frz. O.m.U. | 95 Min.
Regie: Julie Bertuccelli, Chiara Mastroianni
Drehbuch: Julie Bertuccelli, Sophie Fillières
Kamera: Irina Lubtchansky
Musik: Olivier Daviaud
Darsteller: Catherine Deneuve, Alice Taglioni, Chiara
Mastroianni, Laure Calamy, Colomba Giovanni, Mona Goinard, Samir Guesmi, Amine Mejri

An einem schönen Sommertag in einem kleinen französischen Dorf wacht Madame Claire auf – überzeugt davon, dass es ihr letzter Tag auf Erden sei. Sie beschließt, ihr gesamtes Hab und Gut im Garten ihres großzügigen Landhauses zu verkaufen. Wenn sich ihre Erinnerungen immer mehr verflüchtigen, benötigt sie auch ihre Möbel und Sammlerstücke nicht mehr – darunter wertvolle Kunstwerke. Von einer alten Freundin alarmiert, kehrt Claires Tochter Marie zum ersten Mal nach 20 Jahren in ihr Zuhause zurück…
Mit großer Eleganz erobert die legendäre Grande Dame des französischen Kinos, Catherine Deneuve (DAS SCHMUCKSTÜCK), an der Seite ihrer Tochter Chiara Mastroianni (HUHN MIT PFLAUMEN) die Kinoleinwand zurück. Julie Bertuccelli gelingt eine einfühlsame Momentaufnahme lebendiger Erinnerungen.


Voraussichtlich ab 16. Mai in Erstaufführung:

PHOTO DE FAMILLE (Das Familienfoto)

Frankreich 2018 | frz. O.m.U. | 98 Min.
Regie und Drehbuch: Cécilia Rouaud
Kamera: Alexis Kavyrchine
Musik: Alexandre Lier, Sylvain Ohrel, Nicolas Weil
Darsteller: Vanessa Paradis, Jean-Pierre Bacri, Pierre
Deladonchamps, Chantal Lauby, Camille Cottin

Die Geschwister Gabrielle, Elsa und Mao könnten unterschiedlicher kaum sein: Gabrielle arbeitet als „lebende Statue“ in Paris und ist ihrem Sohn viel zu unkonventionell. Elsa hadert mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch. Und der Spieleentwickler Mao ist trotz beruflichen Erfolgs noch gar nicht richtig im Leben angekommen. Als plötzlich der Großvater stirbt, ist die in alle Winde verstreute Familie gezwungen, sich zusammen zu raufen. Allein kann die demente Großmutter nicht bleiben. Doch wie sollen Kinder und Enkel eine Lösung für sie finden, wenn schon in ihrem eigenen Leben pures Chaos herrscht?
Warmherzig und mit feinsinnigem Humor erzählt Regisseurin Cécilia Rouaud, wie die Familie über diese Frage wieder zueinander findet. Vor die Kamera holte sie zahlreiche Stars des französischen Kinos – neben Vanessa Paradis (DIE FRAU AUF DER BRÜCKE) spielen u.a. Jean-Pierre Bacri (DAS LEBEN IST EIN FEST) und Pierre Deladonchamps (DIE KANADISCHE REISE).



MATINEENPROGRAMM: „CARAVAGGIO UND DAS KINO“

Im offiziellen Rahmenprogramm der Ausstellung UTRECHT, CARAVAGGIO UND EUROPA, Alte Pinakothek 17. April bis 21. Juli 2019, präsentiert KINO DER KUNST im Theatiner Film in Kooperation mit der Alten Pinakothek ein Programm aus vier Sonntagsmatineen mit Kinoklassikern und Künstlerfilmen sowie speziellen Einführungen.


Sonntag, 19. Mai, 11:00 Uhr
Einführung: Bernd Ebert, Bayerische Staatsgemäldesammlungen mit Heinz Peter Schwerfel, Kino der Kunst

Paolo Sorrentino: LA GRANDE BELLEZZA (DIE GROSSE SCHÖNHEIT)
Luca Trevisani: SUDAN

Paolo Sorrentino LA GRANDE BELLEZZA:
Italien / Frankreich 2013 | ital. O.m.U. | 141 Min.
Buch und Regie: Paolo Sorrentino
Kamera: Luca Bigazzi
Musik: Lele Marchitelli
Darsteller: Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli
Luca Trevisani SUDAN:
Italien 2016 | ohne Dialoge | 15 Min.

Viel Schönheit, aber auch ästhetische Innovation und reichlich Nostalgie: Paolo Sorrentino gelang mit seinem Oscar-Gewinner, einer die ‚ewigen Stadt‘ beschwörenden Hommage an Fellinis ‚Dolce Vita‘ und ‚Roma‘, eine Mischung aus Zynismus und Zärtlichkeit, mit spektakulären Kamerafahrten und magischen Momenten. Ebenfalls zärtlich, aber keinesfalls zynisch die Hommage von Luca Trevisani an das letzte weisse Rhinozeros Nordafrikas, den von schwerbewaffneten Rangers bewachten Sudan, den der Künstler mit Stoffbahnen umgibt, als könne er ihn so vor dem drohenden Tod schützen.



Sonntag, 26. Mai
Einführung: Susanne Hoppe, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Julian Rosefeldt: DEEP GOLD
David Lynch: BLUE VELVET

DEEP GOLD: Deutschland 2014 | 18 Min.
BLUE VELVET: USA 1986 | amerikanisch O.m.U. | 120 Min.

Student Jeffrey Beaumont (Kyle MachLachlan) fährt in seine idyllische Heimatstadt Lumberton, um seinen erkrankten Vater in dessen Laden zu vertreten. Als er über eine Wiese spaziert, findet er ein abgeschnittenes menschliches Ohr. Der örtliche Polizeileutnant will den Fall nicht weiterverfolgen, doch Beaumont bekommt von seiner Tochter einen Tipp, die Clubsängerin Dorothy Vallens (Isabella Rosselini) habe mit dem Fall zu tun. Er bricht abends in Vallens Wohnung ein, als er sie bei der Arbeit glaubt… Eine surrealistische Wirklichkeit, die alle Albträume übertrifft, im Kultfilm von David Lynch, während in Rosefeldts ‚Deep Gold‘, einer möglichen Fortsetzung von Bunuels ‚L’Age d’or‘, der Traum die Wirklichkeit kurzschliesst – Avantgarde und Apokalypse gehen Hand in Hand.


Sonntag, 2. Juni
Einführung: Lars Zieke, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Björn Melhus DAS BADEZIMMER Deutschland 2011 | 5 Min.
Alfred Hitchcock PSYCHO USA 1960 | 109 Min. | (englische OF mit deutschen Untertiteln)

DAS BADEZIMMER: Deutschland 2011 | 5 Min.
PSYCHO: USA 1960 | engl. O.m.U. | 109 Min.

Marion Crane ist ihre Routine leid: Arbeit im Büro, eiliger Sex mit dem Liebhaber Sam in der Mittagspause, Langeweile in der Provinzstadt Phoenix. Als ihr Chef ihr an einem Freitag eine grössere Menge Geldes anvertraut, bringt sie dieses nicht zur Bank, sondern setzt sich mit dem Auto Richtung Kalifornien ab. Überrascht von einem Unwetter, sucht sie abseits des Highways im Bates Motel Zuflucht, das von einem jungen Mann namens Norman gemanagt wird, der unter der Fuchtel seiner Mutter zu stehen scheint.
Sir Alfred stellt seinen Film selbst vor – in grottigem Deutsch und in Person des Künstlers Björn Melhus, der mit Hitchcocks Stimme durch ein Haus führt…


Sonntag, 9. Juni
Einführung Patrick Kammann, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Reynold Reynolds: DIE VERLORENEN
Friedrich Wilhelm Murnau NOSFERATU


DIE VERLORENEN: Deutschland 2012 | 16 Min.
NOSFERATU: Deutschland 1922 | 94 Min.

Frei nach Bram Stoker’s Klassiker ‚Frankenstein‘ erzählt Murnau in diesem berühmtesten aller Horrorfilme vom Notargehilfen Thomas Hutter, jung und glücklich verheiratet mit der schönen Ellen. 1838 muss er nach Transsylvanien reisen, um dort dem geheimnisvollen Graf Orlok ein Stadthaus zu verkaufen. In dessen Schloss entdeckt Orlok ein Bild Ellens. Er kauft das Haus und zieht auf der Suche nach der jungen Frau Richtung Stadt, gefolgt von einer Pestepidemie….
Der in Berlin lebende Künstler Reynold Reynolds, fasziniert vom expressionistischen Schwarzweiss der Stummfilmzeit, hat eine ganze Reihe Szenen aus dem Film “Die Verlorenen” von 1933 angeblich nachgestellt. Sein Kurzfilm handelt davon, wie eine junge Frau, die gerade ermordet wurde, wieder zum Leben erweckt wird.



Nome di donnaVorankündigung:
Voraussichtlich ab 18. Juli in Erstaufführung:

NOME DI DONNA

Italien 2018 | ital. O.m.U. | 90 Min.
Regie: Marco Tullio Giordana
Buch: Marco Tullio Giordana, Cristiana Mainardi
Kamera: Vincenzo Carpineta
Musik: Dario Marianelli
Darsteller: Cristiana Capotondi, Marco Maria Torri,
Bebo Storti, Adriana Asti, Renato Sarti, Anita Kravos, Michela Cescon

Nina, eine junge alleinerziehende Mutter, verliert in Mailand ihren Job als Restauratorin. Sie findet Arbeit im Institut Baratta, einem luxuriösen kirchlichen Pflegeheim in der Lombardei, und taucht dort in eine elegante, fast märchenhafte Welt ein. Doch unter der schönen Oberfläche ist ein düsteres Geheimnis verborgen. Als Nina das entdeckt, ist sie gezwungen, sich gegen ihre Kolleginnen zu stellen. Sie muss sich gegen den Direktor des Instituts behaupten, um ihre Rechte durchzusetzen und ihre Würde zu behalten.
Die herausragende, eindrückliche Erzählung von Marco Tullio Giordana und Cristiana Mainardi schildert das lange unterdrückte Problem der sexuellen Belästigung im Berufsalltag, die Ausnutzung von Führungspositionen, aber auch das Schweigen betroffener Frauen.
Der Mailänder Regisseur ist mit früheren Arbeiten wie CENTO PASSI (HUNDERT SCHRITTE) bereits in Venedig und Cannes ausgezeichnet worden.