CINEMA ITALIA 2020 – LA DEA FORTUNA (Die Göttin Fortuna)

Italien 2019, ital. O.m.U., 118 Min.
Regie: Ferzan Özpetek
Darsteller: Stefano Accorsi, Edoardo Leo, Jasmine Trinca, Serra Yilmaz, Filippo Nigro

Alessandro und Arturo sind ein festes Paar. In dem weltoffenen römischen Stadtteil Ostiense ist eine schwule Beziehung etwas ganz Normales. Und doch kriselt es: Der attraktive Alessandro verdient die Brötchen als Klempner und ist Seitensprüngen nicht abgeneigt; Arturo arbeitet als Übersetzer, wäre lieber Schriftsteller und neigt zur Frustration. In die festgefahrene Alltagsroutine kommt Bewegung, als plötzlich Annamaria auftaucht, Alessandros Ex aus einem früheren Lebensabschnitt, und alleinerziehend. Wegen eines Krankenhausaufenthalts bringt sie ihre beiden Kinder bei Alessandro und Arturo unter. Das stellt alle Beteiligten vor völlig neue Herausforderungen…
Wie kann eine Regenbogenfamilie funktionieren, die nicht dem klassischen Mutter-Vater-Kind-Klischee entspricht? Ferzan Özpeteks charmante und warmherzige Komödie mit queerem Touch macht Mut. Und im Hintergrund mischt die Göttin Fortuna mit.

„Ich wollte von zwei Menschen erzählen, die schon lange zusammen sind und kurz davorstehen, sich zu trennen, weil die Zeit der Leidenschaft vorbei ist. Dass es sich hierbei um zwei Männer handelt, ist eigentlich unwichtig, es hätten genauso gut ein Mann und eine Frau oder zwei Frauen sein können. Mich faszinierte gerade die Vorstellung, dass sich eine Beziehung nach dem Ende der Leidenschaft verändern und zu einer neuen Art des Zusammenlebens werden kann.“
FERZAN ÖZPETEK
„Achtzehn Jahre nach seinem großen Hit LE FATE IGNORANTI (DIE AHNUNGSLOSEN) kehrt Ferzan Özpetek mit seinem dreizehnten Film gewissermaßen zu den Ursprüngen zurück. Der Film ist stimmig. Er ist stimmig, weil er das bunte, klassenübergreifende, (teilweise) multiethnische und (völlig) multigeschlechtliche Rom wiederfindet, mit dem sich der Regisseur etabliert hatte. Er ist stimmig, weil er seine Botschaft für zwar schwierige, oft auch disfunktionale, aber zu gegenseitiger Liebe fähige Regenbogenfamilien publikumstauglich macht. Ferzan Özpetek findet in diesem für ihn so typischen Mix aus verrückten Partys, Musik, Tanz und einer solidarischen Nachbarschaft eine Leichtigkeit wieder, die in den letzten Filmen verloren schien.“
TERESA MARCHESI, HUFFINGTON POST

Ferzan Özpetek (*1959 in Istanbul) zieht 1976 nach Rom, um an der „Università La Sapienza all’Accademia d’Arte Drammatica“ zu studieren. Danach wendet er sich dem Kino zu, zunächst als Assistent bei Filmen von Massimo Troisi, Maurizio Ponzi und Ricky Tognazzi. Sein Regiedebut ist 1997 Il bagno turco, gefolgt von Harem (1999), Le fate ignoranti (2001, La finestra di fronte (2003), Cuore sacro (2005), Saturno contro (2007), Un giorno perfetto (2008), Mine vaganti (2010), Magnifica presenza (2012), Allacciate le cinture (2014), Rosso Istanbul (2017), Napoli velata (2017) und La Dea Fortuna (2019). Mehrere seiner Filme laufen mit Erfolg auch in Deutschland in den Kinos. Er dreht außerdem Videoclips und hat drei Romane veröffentlicht.