Lateinamerikanisches Kino im Theatiner


PREVIEW:

EL VIAJE EXTRAORDINARIO DE CELESTE GARCÍA(Die außergewöhnliche Reise der Celeste García)

Kuba / Deutschland 2018 |
span. O.m.U. | 92 Min.
Regie und Buch: Arturo Infante
Kamera: Javier Labrador Deulofeu
Musik: Magda Rosa Galban, Juan Antonio Leyva
Darsteller: Maria Isabel Díaz, Omar Franco, Néstor Jiménez, Yerlin Pérez, Tamara Castellanos

Celeste García war früher Lehrerin. Jetzt gibt sie als Teilzeitkraft Führungen im Planetarium von Havanna. Eigentlich sehnt sich die 60-Jährige danach, ihr Leben zu verändern.
Eines Tages gibt die Regierung bekannt, dass in der kubanischen Gesellschaft schon seit längerem Aliens in menschlicher Gestalt leben. Einige ausgewählte Kubaner sollen nun die Möglichkeit erhalten, deren Heimatplaneten Gryok kennenzulernen. Da sieht Celeste ihre Chance auf ein erfüllteres Dasein gekommen. Sie nimmt die Einladung an und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Und sie ist nicht die einzige, die unbedingt dabei sein will.
Die warmherzige und im heutigen Kuba hochpolitische Science-Fiction-Komödie erzählt von Celestes Aufbruch ins Ungewisse, der sie zur ihrer ganz persönlichen Wahrheit und Emanzipation führt.


PREVIEW:

SIN SEÑAS PARTICULARES (Was geschah mit Bus 670?)

Mexico/Spanien 2020 | span. O.m.U. | 97 Min.

Regie: Fernanda Valadez
Buch: Astrid Rondero, Fernanda Valadez
Kamera: Claudia Becerril Bulos
Musik: Clarice Jensen
Darsteller: Mercedes Hernández, David Illescas, Juan Jesús Varela
Zentral-Mexiko: Zusammen mit einem Freund begibt sich der Teenager Jesús mit dem Bus 670 in Richtung der US-amerikanischen Grenze, durch deren riskante Überquerung sich viele Mexikaner ein besseres Leben versprechen. Als mehrere Monate später die Leiche des Freundes auftaucht und auch von Jesús jegliches Lebenszeichen fehlt, ist seine Mutter trotz aller Warnungen nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben und macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Ihre Reise führt in die Todeszone Nord-Mexikos, einen der gefährlichsten Orte der Welt. Im Niemandsland begegnet sie Vielen, die ihr Schicksal teilen. Ein lyrisches und packendes Roadmovie mit der Spannung eines Thrillers, das den Teufelskreis der Gewalt aus einer weiblichen Perspektive und Inszenierung zeigt. Sundance Filmfestival 2020: Preis für das Beste Drehbuch und Publikumspreis!
„Ein selbstbewusstes, gelungenes und unverwechselbares Regiedebüt“ – Variet


EL ÚLTIMO TRAJE (Das letzte Geschenk)

Argentinien/Spanien 2017 | span. O.m.U. | 91 Min.
Regie und Buch: Pablo Solarz
Kamera: Juan Carlos Gómez
Musik: Federico Jusid
Darsteller: Miguel Ángel Solá, Ángela Molina, Martin Piroyansky, Natalia Verbeke, Julia Beerhold, Olga Boladz u.a.

Die Erinnerung ist wie ein Anzug, den man sich immer wieder aufs Neue zusammenschneidert. Mancher Faden mag sich unwiederbringlich lösen, aber Abraham, der 88 Jahre alte kauzige und gewiefte Schneider, hat noch vieles im Kopf: ein altes Versprechen zum Beispiel. Als seine Töchter ihn ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham kurzerhand ins Flugzeug und verschwindet. Er macht sich auf eine abenteuerliche Reise von Buenos Aires nach Polen. Dort will er den Jugendfreund suchen, der ihm während des Holocaust das Leben rettete, und ihm ein besonderes Geschenk bringen: den letzten von ihm handgefertigten Anzug.
Der eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa seine Fahrkarten, sein Geld, und fast auch sein Bein, trifft aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Da sind der abgebrannte Musiker Leo und die ruppige Hotelbesitzerin Maria mit einem Herzen aus Gold; da ist die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren ohne wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen; und schließlich die polnische Krankenschwester Gosia, die ihn von Warschau nach Lodz begleitet. Die Reise führt immer weiter, auch weiter in die Erinnerung. Der Film schafft eine anrührende Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit und gewann auf den Festivals in Miami und Philadelphia jeweils den Publikumspreis.


ROJO – Wenn alle schweigen, ist keiner unschuldig

Argentinien/Brasilien 2018 | span. O.m.U. | 109 Min.
Regie und Buch: Benjamín Naishtat
Kamera: Pedro Sotero
Musik: Vincent van Warmerdam
Darsteller: Dario Grandinetti, Andrea Frigerio, Alfredo Castro, Diego Cremonesi

Der angesehene Rechtsanwalt Claudio Mora führt mit seiner Frau und seiner Tochter ein beschauliches Leben in der argentinischen Provinz im Jahr 1975. Während eine Welle politischer Gewalt die Städte überrollt, geht bei Mora alles seinen gewohnten Gang – bis er eines Abends im Restaurant mit einem fremden Mann in einen Streit gerät. Am nächsten Tag ist der Vorfall für Mora fast vergessen. Doch plötzlich taucht ein Privatdetektiv auf und beginnt, unbequeme Fragen zu stellen – und Moras Erfolgsrezept, bei allen Machenschaften in seinem Umfeld wegzuschauen, steht auf der Kippe.
Benjamín Naishtat festigt mit ROJO seinen Ruf als aufregende neue Stimme des argentinischen Kinos. Mit Elementen des Westerns und bitterböser Satire schildert der Noir Thriller beeindruckend elegant die lähmende Stimmung, die die argentinische Gesellschaft in den Vorwehen des Militärputschs von 1976 prägte. Er setzt dabei nicht nur auf parabelhaft starke Bilder, sondern auch auf das in alltäglichen Dingen liegende Makabre. ROJO öffnet den Blick auf eine Welt, in der niemand wirklich unschuldig ist und fesselt vom ersten bis zum letzten Bild.
ROJO wurde auf dem San Sebastian Filmfestival mit dem Preis für die Beste Regie, den Besten Schauspieler und die Beste Kamera ausgezeichnet. Eine hypnotische Kino-Perle!
„Stilvoll und herrlich finster – Benjamín Naishtats dritter Spielfilm ist grossartig.“ ‒ Variety


EMA

Chile 2019 | span. O.m.U. | 102 Min.
Regie: Pablo Larraín
Buch: Guillermo Calderón, Alejandro Moreno
Kamera: Sergio Armstrong
Musik: Nicolas Jaar
Darsteller: Mariana Di Girolamo, Gael García Bernal,
Santiago Cabrera, Mariana Loyola, Catalina Saavedra

Ema und Gastón sind künstlerische Freigeister einer Tanzkompanie. Ihr Leben gerät schlagartig aus den Fugen, als ihr kleiner Adoptivsohn Emas Schwester schwer verletzt. Ema entscheidet sich, das Kind wieder fortzugeben. Plötzlich steht die junge Tänzerin im Kreuzfeuer der Kritik. Als sie ihren Sohn wiedersehen will, wird ihr dieser Wunsch verweigert. Statt zu leiden, stürzt sich die selbstbewusste Ema ins Leben. Reggaeton, der Tanz der Straße und der Jugend, ist dabei ihr Ventil.
Pablo Larraín ( ¡NO!, NERUDA) widmet sich mit EMA der Geschichte einer Emanzipation. In flirrender, metaphorischer Bildsprache fängt er die explosive weibliche Kraft seiner Heldin ein und zeigt ihre Freiheit und Kompromisslosigkeit. Wer sich auf dieses flammende Avantgarde-Märchen einlässt, wird mit spektakulären Bildern belohnt. In der männlichen Hauptrolle spielt Gael García Bernal. Neben zahlreichen Festivalauftritten mehrfache Auszeichnung auf dem Filmfestival Venedig 2019!