Cinema Italia 2021

alle Filme in der italienischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Donnerstag 30.09.2021 18:15 Uhr,
Mittwoch 06.10.2021 18:15 Uhr

L’AMORE A DOMICILIO (Liebe unter Hausarrest)

Italien 2020, 89 Minuten, ital. O.m.U.
Regie und Buch: Emiliano Corapi
Kamera: Vladan Radovic
Musik: Giordano Corapi
Darsteller: Miriam Leone, Simone Liberati, Fabrizio Rongione, Anna Ferruzzo, Antonio Milo

Renato ist von Beruf Versicherungsvertreter, gut im Job, doch im Privatleben scheu und gehemmt. Er ist immer vor ernsthaften Beziehungen zurückgewichen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Dann verliebt er sich in die temperamentvolle Sizilianerin Anna, die allerdings wegen Raubüberfalls zu einem längeren Hausarrest verurteilt wurde. Genau darin sieht Renato seine Chance: So kann sie ihm nicht weglaufen, und er hat die Kontrolle über die Beziehung. Glaubt er. Doch Anna hat ihre eigenen Pläne, und Renatos Leben wird völlig auf den Kopf gestellt…
Diese originelle Liebeskomödie profitiert sehr von ihrer Ausgangssituation, die eine ungeahnte Plausibilität gewonnen hat: In unserer Zeit wirkt eine Liebesbeziehung unter Hausarrest-Bedingungen aktuell-realistisch. Hervorragend auch Miriam Leone und Simone Liberati in den Hauptrollen, die vom Verband der italienischen Filmjournalisten für ihre mitreißende Darstellung ausgezeichnet wurden.


Freitag 01.10.2021 18:15 Uhr,
Donnerstag 07.10.2021 18:15 Uhr

I PREDATORI (Die Raubtiere)

Italien 2020, 109 Minuten, ital. O.m.U.
Regie und Buch: Pietro Castellitto
Kamera: Carlo Rinaldi
Musik: Niccolò Contessa
Darsteller: Massimo Popolizio, Manuela Mandracchia, Giorgio Montanini, Pietro Castellitto, Dario Cassini

Es ist früh am Morgen, alles ist ruhig in Ostia am Meer. Ein Typ schwatzt einer älteren Frau eine völlig überteuerte Uhr auf. Anderswo wird ein junger Philosophieprofessor aus einem Forschungsprojekt gedrängt, bei dem es um die Exhumierung Nietzsches geht. Zwei Betrogene aus zwei komplett unterschiedlichen Familien: die Pavones und die Vismaras. Bürgerlich- intellektuell die erste, proletarisch und neofaschistisch die zweite. Sie leben im gleichen Dschungel, Rom. Ein dummer Unfall lässt diese beiden Pole kollidieren. Und der Wahnsinn eines 25-Jährigen wird zeigen, dass jeder ein Geheimnis hat und niemand so ist, wie er scheint, und dass wir alle Raubtiere sind.
Ein explosives Debut, das der 29jährige Pietro Castellitto als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller da auf die Leinwand knallt und mit dem er die italienische Filmszene schon gehörig aufgemischt hat. Tiefschwarzer Humor, Kapitalismuskritik, rüde Sprache und eine virtuose Erzählstruktur, bei der sich die einzelnen Puzzleteilchen erst am Schluss zu einem Ganzen zusammenfügen. Pulp Fiction auf italienisch – bitte anschnallen!
Seine Premiere feierte der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2020!


Samstag 02.10.2021 18:15 Uhr,
Sonntag 10.10.2021 18:15 Uhr

COSA SARÀ (Alles wird gut)

Italien 2020, 101 Minuten, ital. O.m.U.
Regie: Francesco Bruni
Buchuch: Francesco Bruni, Kim Rossi Stuart
Kamera: Carlo Rinaldi
Musik: Stefano Ratchev, Mattia Carratello
Darsteller: Kim Rossi Stuart, Lorenza Indovina, Barbara Ronchi, Giuseppe Pambieri, Raffaella Lebboroni

Bruno Salvati ist Filmregisseur. Allerdings liegt sein letzter Erfolgsfilm schon lange zurück, und ein neues Projekt ist nicht in Aussicht. Privat hat er sich von seiner Frau Anna getrennt, die beiden fast erwachsenen Kinder gehen eigene Wege. Nach einem kleinen Unfall wird bei ihm eine Form von Leukämie diagnostiziert. Damit wird Brunos Leben völlig auf den Kopf gestellt. Als erstes muss er einen kompatiblen Stammzellenspender finden: doch das ist leichter gesagt als getan. Bruno bekommt es mit der Angst: Was soll aus ihm werden? Dann offenbart sein Vater Umberto ihm ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das in allen neue Hoffnung weckt.
Regisseur Francesco Bruni ist Stammgast bei Cinema Italia. Bereits zweimal hat er den Publikumspreis der Tournee gewonnen, mit SCIALLA! (2012) und TUTTO QUELLO CHE VUOI/ ALLES WAS DU WILLST (2019). Sein neuester Film COSA SARÀ überzeugt als autobiographisch inspirierte Tragikomödie.


Sonntag 03.10.2021 18:15 Uhr,
Freitag 08.10.2021 18:15 Uhr

VOLEVO NASCONDERMI (Ich wollte mich verbergen)

Italien 2020, 84 Minuten, ital. O.m.U.
Regie: Giorgio Diritti
Buch: Giorgio Diritti, Tania Pedroni, Fredo Valla
Kamera: Matteo Cocco
Musik: Marco Biscarini, Daniele Furlati
Darsteller: Elio Germano, Leonardo Carrozzo, Pietro Traldi, Orietta Notari, Andrea Cherpelli

Antonio Ligabue war mit seiner naiven und einfallsreichen Malerei ein Ausnahmekünstler des frühen 20. Jahrhunderts. Er malte Tiger, Gorillas und Jaguare und verpflanzte sie in die typisch norditalienische Landschaft mit Pappeln am Po-Ufer, wo er jahrelang in einer kleinen Hütte lebte.
Nach schwierigen Jugendjahren als unehelicher Sohn einer italienischen Emigrantin in der Schweiz kommt Antonio 1919 nach Italien in das kleine Dorf Gualteri. Als Außenseiter ist er ganz auf sich selbst gestellt, leidet unter Hunger und Kälte. Schließlich beginnt er zu malen, um so die Zeit und die Angst zu besiegen. Nach einer Begegnung mit dem Bildhauer Marino Mazzacurati spürt er, dass die Kunst der einzige Weg ist, seine Identität zu finden.
Die eindringliche Darstellung von Ligabues außergewöhnlichen Lebensumständen und ein starker Hauptdarsteller machen VOLEVO NASCONDERMI zu einem authentischen und visionären Porträt. Bei der Berlinale 2020 erhielt Elio Germano für seine bravouröse schauspielerische Leistung einen Silbernen Bären.



Montag 04.10.2021 18:15 Uhr,
Samstag 09.10.2021 18:15 Uhr

ROSA PIETRA STELLA (Rose, Stein und Stern)

Italien 2020, 96 Minuten, ital. O.m.U.
Regie: Marcello Sannino
Buch: Marcello Sannino, Guido Lombardi, Giorgio Caruso
Kamera: Alessandro Abate
Musik: Riccardo Veno
Darsteller: Ivana Lotito, Ludovica Nasti, Fabrizio Rongione, Imma Piro, Valentina Curatoli

Portici, die quirlige kleine Nachbarstadt von Neapel direkt am Fuße des Vesuv: Hier lebt die 30jährige Carmela mit ihrer Mutter und ihrer elfjährigen Tochter Maria. Der Alltag ist rauh, mühsam schlägt sich Carmela mit Gelegenheitsjobs durch, in der ständigen Angst, das Sorgerecht für Maria zu verlieren. Da bietet ihr ein Anwalt ein ebenso lukratives wie zwielichtiges Geschäft an, bei dem es um Visabeschaffung für illegale Migranten in Neapel geht. Carmela greift zu, doch der Deal läuft aus dem Ruder, und ihre Lage wird noch verzwickter. Dann lernt sie den Algerier Tarek kennen, der seit zwanzig Jahren in Portici lebt, und plötzlich scheint sich etwas zu verändern.
Regisseur Marcello Sannino, der selber aus Portici stammt, zeichnet in seinem Debutfilm das spannende Porträt einer selbstbewussten jungen Frau, die nicht immer das Richtige tut, sich aber niemals unterkriegen lässt. Ein Film in der besten Tradition des Neorealismus, mit feinem Gespür für Details und Charaktere und mit der herausragenden Ivana Lotito in der Hauptrolle. Der Titel entstammt einem Lied des populären neapolitanischen Sängers und Komponisten Sergio Bruni.
Seine Premiere feierte der Film auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam.


Dienstag 05.10.2021 18:15 Uhr

GENITORI QUASI PERFETTI (Fast perfekte Eltern)

Italien 2019, 87 Minuten, ital. O.m.U.
Regie: Laura Chiossone
Buch: Renata Ciavarino, Gabriele Scotti, Laura Nuccilli
Kamera: Manfredo Archinto
Musik: Michele Braga
Darsteller: Anna Foglietta, Paolo Calabresi, Lucia Mascino, Marina Rocco, Francesco Turbanti.

Simona liebt ihren achtjährigen Sohn Filippo über alles, fühlt sich aber als alleinerziehende Mutter oft überfordert. Jetzt droht Filippos Geburtstagsfeier, zu der seine ganze Schulklasse eingeladen ist. Die Vorbereitung der Feier bringt Simona schon an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Dann ist der große Tag gekommen. Die Kinder rücken an, allerdings auch deren Eltern: die modebewusste Kosmetikerin, die queere Regenbogen-Mutter, der arbeitslose Vater, der cineastische Intellektuelle und seine streng vegan lebende Ehefrau, der frisch geschiedene Manager. Während die Kinder im Wohnzimmer spielen, beäugen sich die Erwachsenen in der Küche skeptisch beim Smalltalk. Plötzlich löst ein unerwartetes Ereignis eine Kettenreaktion aus. Die Geburtstagsparty läuft völlig aus dem Ruder…
Eine ebenso unterhaltsame wie realitätsnahe Komödie, die in Italien ein großer Erfolg wurde. Regisseurin Laura Chiossone ist selbst zweifache Mutter und weiß, wovon sie redet. Zugleich wirft sie einen satirischen Blick auf einen bunten Querschnitt der heutigen Gesellschaft. Nicht zuletzt das glänzend aufgelegte Darstellerensemble sorgt für turbulentes Kinovergnügen.


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