Sonderveranstaltung zur Ausstellung FANTASTISCH REAL

Aus Anlass der Ausstellung FANTASTISCH REAL – BELGISCHE MODERNE VON ENSOR BIS MAGRITTE, die noch bis 6. März in der Kunsthalle zu sehen ist, präsentieren wir in Anwesenheit der Regisseurin Jacqueline Kaess-Farquet und mit einer Einführung von Pravu Mazumdar:

Jacqueline Kaess-Farquet:
RENÉ MAGRITTE, RÄTSEL DER BILDER
2005, 45 min.
Regie und Buch: Jacqueline Kaess-Farquet, im Auftrag des Bayerischen Fernsehens

René Magritte ist ein Meister des Mysteriums. Seine Bilder laden ein zu den verschiedensten Interpretationen, entziehen sich jedoch einer abschließenden Erklärung. Auch er selbst verweigert jegliche Deutung seiner Arbeiten. Sein Werk bleibt rätselhaft. Hinter einer brüchigen Realität lauert das Unerwartete. Oft regiert eine unbestimmte Angst die Szenerie, bedrohlich wie in einem Krimi. Es ist kein Zufall, dass auch die Figur des Kommissar Maigret, wie er,
aus Belgien, kommt. Magritte lässt sich, wie die Surrealisten, von Louis Feuillades „Fantomas“ , dem ersten Thriller der Filmgeschichte, inspirieren.
Aufgenommen wurden die Gemälde Magrittes in der umfassenden Ausstellung „ René Magritte. Der Schlüssel der Träume“ (Kunstforum in Wien, Fondation Beyeler, Riehen/Basel). Zum ersten Mal wurden in der Ausstellung „Magritte et la photographie“ (Palais des Beaux Arts, Brüssel, Maison européene de la Photographie, Paris) ca. 350 Fotos aus dem Besitz des Künstlers gezeigt – eine Weltpremiere. Die Fotos sind kreative Inszenierungen und geben Einblick in sein Leben, seinen Kreis – die belgischen Surrealisten – und ihren subversiven Witz. Nach einem Briefwechsel zwischen Magritte, der in seinen Bildern die Darstellbarkeit der Dinge philosophisch reflektiert, und dem Philosophen Michel Foucault schreibt Foucault seinen berühmten Aufsatz „Ceci n’est pas une pipe“ über Magritte.

Teresa Hubbard, Alexander Birchler:
SINGLE WIDE
2002, 1-Kanal-Videoinstallation, 6 min., Loop
Eine kurze spektakuläre Geschichte zwischen Realität und Fiktion.

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Sammlung Goetz, München.

Jean Cocteau:
DAS TESTAMENT DES ORPHEUS (LE TESTAMENT D’ORPHÉE) frz. O.m.U.
1960, 81 Min.
Regie und Buch: Jean Cocteau
Mit: Jean Cocteau, Jean Marais, Maria Casarès, Claudine Auger

„Ein faszinierender essayistischer Diskurs über dichterisches Schaffen und Erkennen, über Unterbewußtes und Traumhaftes.“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Film wird als die Synthese des Lebenswerkes Cocteaus gesehen, eines vielseitigen, eigensinnigen und anregenden Künstlers. Ein surrealistischer Klassiker, der mit der Geschichte des Theatiner Kinos eng verbunden ist.

Zum Referenten: Pravu Mazumdar studierte Physik und Philosophie und lebt als freier Autor und Dozent in München. Seine Arbeitsschwerpunkte sind „Theorien der Moderne“, „Ereignisphilosophien“ und „Kunstinterpretationen“. Zahlreiche Veröffentlichungen, insbesondere zu Michel Foucault.