FRÄULEIN ELSE

Indien/BRD/Österreich 2014 – 70 Min. – Kamera: Jakob Wiessner – Musik: Markus Lehmann-Horn – Regie: Anna Martinetz. – Mit Korinna Krauss, Martin Butzke, Michael Kranz, Katalin Zsigmondy, Marion Krawitz.
Basierend auf der Novelle von Arthur Schnitzler.
Die Weltfinanzkrise ist zu Ende. Ein kleiner Kreis von Millionären hat den ökonomischen Zusammenbruch überlebt und urlaubt in einem entlegenen Luxushotel in Indien. Fräulein Else hat gerade ihr Studium abgeschlossen und begleitet ihre Tante dorthin in die Ferien. Kaum angekommen, erhält sie eine Nachricht von ihrer Mutter: Ihr Vater hat sich um enorme Geldsummen verspekuliert und braucht dringend ihre Hilfe. Else soll den Familienfreund Dorsday um ein Darlehen bitten, um so die Verhaftung ihres Vaters abzuwenden. Doch Dorsday erwartet für die Hilfe eine Gegenleistung – mit tödlichen Konsequenzen.
Geboren in Wien 1862, schrieb Arthur Schnitzler zahlreiche Novellen zur selben Zeit, als Freud und die Psychoanalyse entstanden. Die Novelle ist revolutionär, da sie einer der ersten kontinuierlichen inneren Monologe der deutschsprachigen Literatur ist. Sie wurde geschrieben, als die Welt gerade in die erste Weltfinanzkrise schlitterte. Daher kam die Entscheidung, sie heute in diesem historischen Augenblick neu zu verfilmen, da die zweite Finanzkrise die Welt in Schrecken versetzt hat und sich neue Arten des subjektiven Story-Tellings entwickeln.
Fräulein Else spielt in luxuriösen, kolonialen Hotels wie der Film Letztes Jahr in Marienbad von Alain Resnais. Wie dieser beschäftigt sich Fräulein Else mit einer speziellen Art von Literatur und Elite.
Der Film ist fiktional mit dokumentarischen Elementen und reflektiert über das Wesen von Realität, Trauma und Bewußtseinsströmen.