RABBI WOLFF

rabbi-wolffDeutschland 2016 – Dokumentarfilm – 90 Min. – Kamera: Kaspar Köpke – Musik: Karim Sebastian Elias – Buch und Regie: Britta Wauer.
William Wolff ist Ende 80 und der wohl ungewöhnlichste Rabbiner der Welt. Der kleine Mann mit Hut wurde in Berlin geboren, hat einen britischen Pass und wohnt in einem Häuschen in der Nähe von London. Immer Mitte der Woche fliegt er nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Jüdischen Gemeinden nach Schwerin und Rostock. Samstags nach dem Gottesdienst geht es zurück nach London – es sei denn, er ist bei Verwandten in Jerusalem, auf Fastenkur in Bad Pyrmont oder beim Pferderennen in Ascot. Denn das Leben muss vor allem Spaß machen, findet Willy Wolff.
Mit seiner unkonventionellen Art und seinem herzhaften Lachen begeisterte der Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern die Zuschauer bereits in Britta Wauers Publikumshit Im Himmel, unter der Erde (2011), einem Dokumentarfilm über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee. Wauers neuer Film zeigt nun den turbulenten Alltag von Willy Wolff und beleuchtet seine bewegte Vergangenheit: Bevor er Rabbiner wurde, war er politischer Korrespondent in London; als Kind floh er mit seiner Familie aus Nazideutschland.
Rabbi Wolff ist nicht nur das Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit – eines tief religiösen Menschen, der sich voller Lebensfreude über Konventionen hinwegsetzt. Der Film führt auch auf mitreißende Weise in die Welt des Judentums ein und präsentiert uns einen ganz besonderen deutschen Lebenslauf.
„Ich hatte keine Ahnung, dass er zu den Dreharbeiten außer seinem rabbinischen Wissen auch schauspielerisches Talent und viel Humor mitbringen würde. Für den Film war er ein Glücksfall. Er schaffte, was zuvor unmöglich schien: witzig, klug und charmant über Tod, Trauer und die Vorstellungen vom Jenseits zusprechen.
Egal wo auf der Welt wir den Film zeigten – ob in Berlin, Peking, Toronto, New York oder Johannesburg: Die Festivalsäle haben bei Willy Wolffs Worten stets vor Gelächter gebebt! Kein Publikumsgespräch verging, ohne dass ich nicht ausführlich über diesen Mann erzählen sollte.“ Britta Wauer