À PEINE J‘ OUVRE LES YEUX (As I Open My Eyes – Kaum öffne ich die Augen)

Inseratevorlage_85x112.inddTunesien 2015 | arab. O.m.U. | 102 Min.
Kamera: Sébastien Goepfert
Musik: Khyam Allami
Buch: Leyla Bouzid, Marie-Sophie Chambon
Regie: Leyla Bouzid
Darsteller: Baya Medhaffer, Ghalia Benali, Montassar Ayari, Aymen Omrani, Lassaad Jamoussi.
Filmfestival Venedig 2015: Publikumspreis und Europäischer Kinopreis.

Tunis kurz vor der Zeit, die oft als arabischer Frühling bezeichnet wird. Farah ist gerade mal 18, hat mit Bestnoten ihr Abitur gemacht, und die Familie stellt sie sich bereits als Ärztin vor. Doch ihre Leidenschaft gilt der Musik. Sie singt fürs Leben gern, ist Teil einer Rock-Band und rebelliert mit politischen Texten gegen die einengende Gesellschaft.
Musikwissenschaft würde ihr als Studium gefallen. Doch vorerst will sie vor allem eines: leben – atmen – selbst bestimmen – ausbrechen. Sie geht aus, probt mit ihrer Band für erste Auftritte, fängt mit Borhène, einem Bandmitglied, eine Liebesbeziehung an. Das alles tut sie mit dem Schwung und der Energie einer Jugend, die sich nichts mehr gefallen lassen will – was Hayet, Farahs Mutter, bis zu einem gewissen Grad toleriert, aber mit zunehmendem Argwohn beobachtet.
Dann beginnt die Geheimpolizei, sich für die Musikband zu interessieren, die sich anscheinend zu viele Freiheiten herausnimmt. In der Folge soll Farah bei ihrem Vater in Sicherheit gebracht werden und zu ihm reisen. Doch als sie auf dem Bahnhof ein Sammeltaxi nehmen will, verschwindet sie plötzlich spurlos.
Kaum öffne ich die Augen ist das vibrierende Porträt einer jungen Frau, die gegen männlich dominierte Strukturen Sturm läuft. Ein explosiver Film.