Vorschau

 

Anlässlich der Ausstellung der Pinakothek der Moderne
„SHIRIN NESHAT.
LIVING IN ONE LAND, DREAMING IN ANOTHER“
(26.11.2021 bis 24.4.2022)
zeigt KINO DER KUNST in Zusammenarbeit mit der Pinakothek der Moderne im Theatiner:

 

Sonntagsmatinée am 30. Januar 2022 | 11:00 Uhr:

LOOKING FOR OUM KULTHUM (Auf der Suche nach Oum Kulthum)

DE/AT/IT/MA 2017 | 90 Min | engl./dt./franz. O.m.U.
R: Shirin Neshat und Shoja Azari
Mit Neda Rahmanian, Yasmine Rais

Erzählt wird das Making-of eines Films über die ägyptische Sängerin Oum Kalsoum (1904–1975), die bis heute wichtigste Musikerin des arabischsprachigen Raums. Zwischen den schwierigen Dreharbeiten in Marokko und familiären Problemen mit ihrem halbwüchsigen Sohn hin- und hergerissen, verwechselt Regisseurin Mitra im Film zusehends Realität und Imagination. In ihrem zweiten Kinofilm gelingt Shirin Neshat mit verführerischen Bildern, betörender Musik und aus ihren Videoarbeiten übernommener Kameraführung ein doppeltes Frauenporträt von Regisseurin Mitra und der jungen Lehrerin Ghada, die Oum Kalsoum darstellt.

und

Sonntagsmatinée am 27. Februar 2022 | 11.00 Uhr

WOMEN WITHOUT MEN

DE/AT/FR 2009 | 95 Min | Farsi O.m.U.
R: Shirin Neshat und Shoja Azari
Mit Shabnan Tolouei, Orsolya Tóth

In ihrem ersten, bei den Filmfestspielen von Venedig 2009 mit dem Silbernen Löwen ausgezeichneten Kinofilm greift Shirin Neshat ihr wichtigstes Thema auf, mit der ihr eigenen extremen Ästhetik der Videoarbeiten: die schwierige Rolle der Frau in den Ländern des Mittleren Ostens. Gleichzeitig beschwört sie in vier miteinander verwobenen iranischen Frauenschicksalen die historisch letzte demokratische Epoche in ihrem Heimatland, vor dem 1953 von den USA gelenkten Putsch zugunsten des Schahs.



Voraussichtlich ab 3. Februar 2022 in Erstaufführung:

GHASIDEYEH GAVE SEFID (Ballade von der weißen Kuh)

Iran / Frankreich 2020 | farsi O.m.U. | 105 Min.
Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
Buch: Behtash Sanaeeha, Maryam Moghaddam,
Mehrdad Kouroshnia
Kamera: Amin Jafari
DarstellerInnen: Maryam Moghaddam, Alireza Sanifar, Pourya Rahimisam, Avin Purraoufi, Farid Ghobadi, Lili Farhadpour

Ihrer kleinen gehörlosen Tochter erzählt Mina, dass der Papa weit weg sei. In Wirklichkeit wurde er hingerichtet. Ein Jahr nach seinem Tod erfährt Mina, dass ihr Mann unschuldig war. Die Behörden stellen ihr eine finanzielle Entschädigung in Aussicht, doch Mina nimmt den Kampf gegen das menschenverachtende System auf und fordert mehr als nur materielle Wiedergutmachung.
Eines Tages begegnet Mina einem Freund ihres Mannes, der alte Schulden begleichen will. Mina lässt ihn in ihr Leben, ohne sein Geheimnis zu kennen. Regisseurin und Hauptdarstellerin Maryam Moghaddam zeichnet als Mina eine unglaublich vielschichtige und faszinierende Frauenfigur. Ein dicht erzähltes, ergreifendes Drama und gleichzeitig „eine leise Liebeserklärung an das Kino“ Kinozeit. „Schuld und Sühne – ein klassisches iranisches Filmsujet, das [die RegisseurInnen] meisterhaft und als Kino der kleinen, präzisen Gesten und Räume inszenieren.“ – Berlinale


Voraussichtlich ab 10. Februar 2022 in Erstaufführung:

SIN SEÑAS PARTICULARES (Was geschah mit Bus 670?)

Mexico / Spanien 2020 | span. O.m.U. | 97 Min.
Regie: Fernanda Valadez
Buch: Astrid Rondero, Fernanda Valadez
Kamera: Claudia Becerril Bulos
Musik: Clarice Jensen
DarstellerInnen: Mercedes Hernández, David Illescas,
Juan Jesús Varela

Zentral-Mexiko: Zusammen mit einem Freund begibt sich der Teenager Jesús mit dem Bus 670 in Richtung der US-amerikanischen Grenze, durch deren riskante Überquerung sich viele Mexikaner ein besseres Leben versprechen. Als mehrere Monate später die Leiche des Freundes auftaucht und auch von Jesús jegliches Lebenszeichen fehlt, ist seine Mutter trotz aller Warnungen nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben und macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Ihre Reise führt in die Todeszone Nord-Mexikos, einen der gefährlichsten Orte der Welt. Im Niemandsland begegnet sie Vielen, die ihr Schicksal teilen. Ein lyrisches und packendes Roadmovie mit der Spannung eines Thrillers, das den Teufelskreis der Gewalt aus einer weiblichen
Perspektive und Inszenierung zeigt.
Sundance Filmfestival 2020: Preis für das Beste Drehbuch und Publikumspreis!
„Ein selbstbewusstes, gelungenes und unverwechselbares Regiedebüt.“ – Variety


 

Sonderveranstaltung Sonntag, 13.02.2022 18:00 Uhr
Analoge 35mm-Filmvorführung in Anwesenheit des Regisseurs Jens Meurer und des Protagonisten Florian „Doc“ Kaps!
Mit Filmgespräch im Anschluss.
(Analoge Kartenvorbestellung per Telefon erbeten.)

AN IMPOSSIBLE PROJECT

Deutschland / Österreich 2020 | 99 Min. | Dokumentarfilm
Regie: Jens Meurer
Buch: Jens Meurer, Franziska Kramer
Kamera: Bernd Fischer, Torsten Lippstock
Musik: Sascha Peres & Orchester feat. Haley Reinhart,
Ryan Teague, Alice Phoebe Lou
DarstellerInnen: Florian „Doc“ Kaps u.a.

Instagram, Fitness-Apps und E-Books – der Hype um die Digitalisierung unseres Lebens weicht einer zunehmenden Sehnsucht nach dem Echten und Greifbaren, das alle Sinne anspricht. Digital Detox und Slow Food sind im Trend, Vinyl und Handgeschriebenes feiern ein Comeback. Jens Meurer lässt Menschen zu Wort kommen, die schon die Wendung zum Analogen suchten, als andere sich noch den Verheißungen der nächsten iPhone-Generation hingaben. Wie der exzentrische, sympathische Held des Films Florian „Doc“ Kaps, der 2008 sein Vermögen riskierte, um die letzte Polaroid-Fabrik der Welt vor dem Aus zu retten. Ein beherztes Schwimmen gegen den Strom und der Versuch, sich aus dem Griff der Technologien zu lösen. Auf analogem 35mm-Film gedreht und mit einem Soundtrack, der direct-to-disc von einem Jazzorchester eingespielt wurde, ist AN IMPOSSIBLE PROJECT eine humorvolle Erinnerung daran, dass Menschen das analogste Projekt überhaupt sind.


Voraussichtlich ab 24. Februar 2022 in Erstaufführung:

THE MAN WHO SOLD HIS SKIN (Der Mann, der seine Haut verkaufte)

Tunesien/Frankreich/Belgien/Deutschland/Schweden 2020 | arab./engl./frz. O.m.U. | 104 Min.
Regie & Buch: Kaouther Ben Hania
Kamera: Nestor Salazar
Musik: Amine Bouhafa
DarstellerInnen: Yahya Mahayni, Dea Liane, Koen de Bouw, Monica Bellucci

Sam, ein junger Syrer, muss sein Land verlassen, um dem Krieg zu entkommen. Um nach Europa reisen und dort mit seiner Liebe Abeer leben zu können, geht er einen faustischen Pakt mit Jeffrey Godefroi ein: Auf seinen Rücken will der provokative Künstler ein riesiges Visum tätowieren. Sams Körper wird zu einem prestigeträchtigen Kunstwerk, doch er erkennt, dass seine Entscheidung alles andere als Freiheit mit sich bringt. Regisseurin Kaouther Ben Hania kam die Idee für den Film, als sie im Louvre das Werk des belgischen Künstlers Wim Delvoye entdeckte, der über Jahre den Rücken des Schweizers Tim Steiner tätowierte und ihn so in eine menschliche Leinwand verwandelte. Ben Hania, eine der wichtigsten Stimmen des arabischen Kinos, verwebt gekonnt politische Satire mit einer berührenden Fabel über Liebe, Freiheit und Identität. Yahya Mahayni gewann den Preis als Bester Darsteller in Venedig 2020. „Ein meisterhaft erzähltes, mutiges Drama.“ – Daily Times


Voraussichtlich ab 03. März 2022 in Erstaufführung:

MADRES PARALELAS (Parallele Mütter)

Spanien 2020 | span. O.m.U. | 120 Min.
Regie & Buch: Pedro Almodóvar
Kamera: José Luis Alcaine
Musik: Alberto Iglesias
DarstellerInnen: Penélope Cruz, Milena Smit, Rossy de Palma, Aitana Sánchez Gijón, Israel Elejalde, Julieta Serrano u.a.

Zwei Frauen, zwei Leben. Janis und Ana erwarten beide ihr erstes Kind und lernen sich im Krankenhaus kennen. Beide sind Single und ungewollt schwanger. Janis, mittleren Alters, bereut nichts und ist überglücklich. Ana dagegen ist ein traumatisierter Teenager und findet in ihrer Mutter Teresa kaum Unterstützung. Aufmunternde Worte schaffen ein enges Band zwischen Janis und Ana. Doch ein Zufall verändert ihre Leben auf dramatische Weise.
Spaniens Meisterregisseur Pedro Almodóvar (LEID UND HERRLICHKEIT) erfindet sich neu und nimmt sich aufregende künstlerische Freiheit. Dabei inszeniert er anhand von drei höchst unterschiedlichen Mutterfiguren ein großartiges Drama um Leidenschaft und Familie. Das Schicksal seiner Figuren verknüpft er mit der Erinnerung an die dunklen Seiten der jüngeren Geschichte Spaniens. Penélope Cruz wurde als Beste Schauspielerin beim Filmfestival Venedig 2021 ausgezeichnet, das von MADRES PARALELAS eröffnet wurde!


Anlässlich eines dreitägigen Besuchs des Schauspielers und Musikers Abdullah Miniawy mit Konzerten in München freut sich KINO DER KUNST, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kunst den Gewinner des KINO DER KUNST Hauptpreises 2020 zu zeigen:
den tunesischen Kinofilm TLAMESS, in Anwesenheit des Hauptdarstellers Abdullah Miniawy:

Verschoben auf 2022, in Kooperation mit KINO DER KUNST:

TLAMESS

TN/FR 2019 | arab. OmeU | 120 Min
Regie: Ala Eddine Slim
Mit Abdullah Miniawy, Souhir Ben Amara, Khaled Ben Aissa

Ein desertierter Soldat der tunesischen Anti-Terror-Einheit lebt seit Jahren in der Wildnis. Bärtig, dreckverkrustet und mit langen Fingernägeln überlebt er in einer verlassenen Bauruine. Als der Einsiedler durch die tiefen Wälder streift, trifft er eines Tages auf eine elegante Frau, die sich verirrt hat. Wie ein gieriger Oger verschleppt er sie als Beute in seinen Bau. In dieser ungewöhnlichen Neuinterpretation des Märchens von der Schönen und dem Biest findet das ungleiche Paar durch telepathischen Augenkontakt zueinander. Auch die Frau ist desertiert, vor einer luxuriösen und langweiligen Ehe mit einem wohlhabenden Geschäftsmann. Ein bildgewaltiger Film, der Zuschauererwartung und gewohnter Erzähllogik immer wieder zuvorkommt.