Vorschau


TRIBUTE TO ECM RECORDS
MANFRED EICHER | JEAN-LUC GODARD

„Er sucht, er hört zu, er vernimmt etwas, und dann versucht er auf der ganzen Welt Klanglandschaften zu schaffen, von denen andere Plattenproduzenten nicht einmal eine Ahnung haben.“ (Jean-Luc Godard über Manfred Eicher)

Manfred Eicher wird voraussichtlich bei allen Vorstellungen anwesend sein.


NOUVELLE VAGUE

Godard nimmt die Töne aus der Welt, ziseliert sie, isoliert sie aus ihrem eigentlichen Lebenszusammenhang. Nouvelle Vague erfindet eine konkrete Musik, die sich nicht nach Takten erfassen lässt, spielt mit dem Irrationalen. Könnten wir nicht anerkennen, dass wir aus demselben Material wie die Träume gemacht sind? (Claire Bartoli, Das innere Auge)
Frankreich / Schweiz 1980 | frz. / ital. / engl. O.m.U. | 89 Min. | 35mm
Regie: Jean-Luc Godard Buch: Richard Debuisine, Godard Kamera: William Lubtchansky, Christophe Pollock Musik: Paolo Conte, David Darling, Paul Hindemith, Meredith Monk, Dino Saluzzi, Arnold
Schönberg, Patti Smith Darsteller: Alain Delon, Domiziana Giordano


SOUNDS AND SILENCE

Unterwegs mit Manfred Eicher, der „steht immer abseits des musikalischen Geschehens, aber er ist doch das Zentrum, konzentriert, lauschend, prüfend, unnahbar, manchmal auch ein wenig dämonisch. Er weiß, was er will – und er kriegt es. Ein Sisyphusjob.
Einmal tanzt er spontan mit Arvo Pärt, da müssen wir uns ihn als einen glücklichen
Menschen vorstellen.“ (Fritz Göttler)
Schweiz 2009 | 87 Min.
Regie und Kamera: Peter Guyer, Norbert Wiedmer Musik: Arvo Pärt, Anouar Brahem, Eleni Karaindrou, Jan Garbarek, Dino Saluzzi, Anja Lechner, Gianluigi Trovesi, Marilyn Mazur, Nik Bärtsch, Kim Kashkashian

THE OLD PLACE

Ursprünglich eine Auftragsarbeit des Museum of Modern Art, wird dieser filmische Essay über die Rolle der Kunst im ausgehenden 20. Jahrhundert zu einer tiefgründigen Erforschung der menschlichen Natur, der Zeit selbst und des gegenwärtigen kulturellen Klimas der Welt.
Schweiz / USA 1999 | frz. / engl. O.m.U. | 47 Min.
Konzept und Realisation: Jean-Luc Godard, Anne-Marie Miéville


HOLOZÄN

Elementares Kino, ein alter Mann in seinem einsamen Haus in den Tessiner Bergen, ohne Kontakt zu Anderen, nur Meer und Berge, Steine und Schlamm, in kalte, klare Bilder gefasst. Erland Josephson ist der alte Mann, Herr Geiser, störrisch, verwittert, murmelnd, den Körper ertüchtigend. „Was heißt Holozän? Die Natur braucht keinen Namen, das weiß Herr Geiser. Die Gesteine brauchen sein Gedächtnis nicht.“ (Fritz Göttler)
Schweiz / Deutschland 1992 | 95 Min. | 35mm
Regie und Buch: Heinz Bütler, Manfred Eicher (in Zusammenarbeit mit Max Frisch, nach dessen Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“) Kamera: Giorgos Arvanitis Musik: Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Dimitri Schostakowitsch, Jan Garbarek, Keith Jarrett Darsteller: Sophie Duez, Erland Josephson


LE LIVRE D’IMAGE

„Erinnerst Du Dich noch daran, wie wir vor langer Zeit unsere Gedanken trainiert haben? Meistens gingen wir von einem Traum aus… Wir fragten uns, wie in völliger Dunkelheit Farben von solcher Intensität in uns entstehen konnten.“ (Jean-Luc Godard)
Schweiz 2018 | frz. / engl. / russ. / arab. O.m.U. | 85 Min.
Regie und Buch: Jean-Luc Godard Kamera: Fabrice Aragno, Jean-Paul Battaggia, Godard Musik: Editions ECM



Ab 2. Juli in Erstaufführung:

LES PLUS BELLES ANNÉES D`UNE VIE (Die schönsten Jahre eines Lebens)

Frankreich 2020 | frz. O.m.U. | 91 Min.
Regie: Claude Lelouch
Drehbuch: Claude Lelouch, Valérie Perrin, Pierre Uytterhoeven
Kamera: Robert Alazraki
Musik: Francis Lai, Calogero
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Anouk Aimée, Monica Bellucci, Souad Amidou, Antoine Sire, Marianne Denicourt

Der frühere Rennfahrer und Womanizer Jean-Louis fährt Erfolge nur noch in seiner Erinnerung ein. Doch die geht immer mehr verloren, auch wenn es scheint, als würden sich seine Gedanken vor allem um eine Frau drehen: Anne, die große Liebe seines Lebens. Um seinem Vater etwas zurückzugeben, macht sich sein Sohn Antoine auf die Suche nach jener geheimnisvollen Schönheit, die Jean-Louis nie vergessen hat. Und tatsächlich macht er Anne in einem Dorf in der Normandie ausfindig, wo die frühere Filmproduzentin ein erfülltes Leben führt. Sie nimmt die Einladung, Jean-Louis nach Jahrzehnten wiederzusehen, nur zögerlich an. Beim ersten Besuch erkennt er sie zunächst auch nicht wieder. Doch schnell nehmen die beiden die Fäden ihrer gemeinsamen Geschichte da auf, wo sie sie einst verloren hatten.
53 Jahre ist es her, dass Regisseur Claude Lelouch mit EIN MANN UND EINE FRAU einen Kinoklassiker schuf, der die Art, wie Liebesgeschichten erzählt werden, revolutionierte. Vielfach preisgekrönt begründete diese Nouvelle Vague-Liebesgeschichte den Weltruhm ihrer Stars Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant. Mit DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS hat Lelouch eine leise und poetische Hommage an seine beiden Hauptdarsteller geschaffen. Der Film feierte seine Premiere auf dem Filmfestival in Cannes 2019. Nostalgie liegt über der berührenden Geschichte, die ihre Suche nach der verlorenen Zeit mit Rückblenden aus EIN MANN UND EINE FRAU verknüpft.


Ab 2. Juli in Erstaufführung:

JEAN PAUL GAULTIER: FREAK AND CHIC

Frankreich 2018 | frz. O.m.U. | 96 Min. | Dokumentarfilm
Regie, Buch und Kamera: Yann L‘Hénoret
Mit: Jean Paul Gaultier, Marion Cotillard, Catherine
Deneuve u.a.

Jean Paul Gaultier, einer der bemerkenswertesten Modeschöpfer unserer Zeit, hat mit seiner prunkvollen „Fashion Freak Show“ in Paris für weltweites Aufsehen gesorgt. Der Dokumentarfilm folgt der zweijährigen Entstehung von Gaultiers glamourösem Kabarett und lässt den Zuschauer in das exzentrische, oft provokative Universum des ikonischen Genies eintauchen: visionäre Designs, high-style Choreographien, extravagante Kostüme und eine aufwändige Inszenierung in der Hauptstadt der Mode – immer wieder lotet er die Grenzen der Modeszene aus. Die Show zeigt die Stationen seines Lebens als Revue zwischen Theater, Tanz und Kino.
JEAN PAUL GAULTIER: FREAK AND CHIC wirft einen Blick hinter die Kulissen des bislang skandalträchtigsten Projekts des Modeschöpfers. Herausgekommen ist dabei ein verschwenderisches filmisches Erlebnis, das den Geist dieser unvergleichlichen Show auf der legendären Pariser Varietébühne Folies Bergère einfängt.


Voraussichtlich ab 9. Juli in Erstaufführung:

UN MONDE PLUS GRAND (Eine größere Welt)

Frankreich, Belgien 2019 | frz. O.m.U. | 95 Min.
Regie: Fabienne Berthaud
Buch: Fabienne Berthaud, Claire Barré
Musik: Valentin Hadjadj
Kamera: Nathalie Durand
Darsteller: Cécile de France, Ludivine Sagnier, Narantsetseg Dash, Tserendarizav Dashnyam

Eine größere Welt – das ist es, was Corine entdeckt, als sie in der Mongolei während eines schamanischen Rituals in Trance fällt. Dabei war die Französin nur in die abgelegene Steppenregion gekommen, um im Rahmen ihrer Arbeit ethnographische Tonaufnahmen zu machen. Doch die Schamanin Oyun offenbart Corine, dass sie eine seltene Gabe besitzt, die ausgebildet werden muss. Zurück in Frankreich lassen die Erlebnisse in der Mongolei Corine nicht mehr los. Trotz des Widerstands ihrer Familie kehrt sie in die Steppe zurück und begibt sich auf eine spirituelle Reise auf alten und vergessenen Wegen. Eine Reise, die ihr Leben und ihre westeuropäische Sichtweise für immer verändern wird.
Fabienne Berthaud (BARFUSS AUF NACKTSCHNECKEN) verfilmte mit Schauspielstar Cécile de France (REBELLINNEN, L’AUBERGE ESPAGNOLE) die wahre Geschichte von Corine Sombrun. Nach ihrer Ausbildung in der Mongolei arbeitet Sombrun heute mit Neurologen und Gehirnforschern zusammen, um die mentalen Mechanismen hinter Trancezuständen zu verstehen und z. B. für therapeutische Zwecke zu nutzen.
„Von atemberaubender Schönheit.“ – ELLE


Voraussichtlich ab 16. Juli in Erstaufführung:

SIBYL – THERAPIE ZWECKLOS

Frankreich/Belgien 2019 | frz. O.m.U. | 100 Min.
Regie: Justine Triet
Buch: Justine Triet, Arthur Harari
Kamera: Simon Beaufils
Musik: Thibault Deboaisne
Darsteller: Virginie Efira, Adèle Exarchopoulos, Sandra Hüller, Gaspard Ulliel, Laure Calamy

Die Psychotherapeutin Sibyl beschließt, wieder zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben, zurückzukehren. Dabei erweist sich ihre neue Patientin Margot, Schauspielerin am Rande des Nervenzusammenbruchs, als verlockende Inspirationsquelle. Sibyl taucht immer tiefer in Margots turbulentes Leben ein, bricht alle professionellen Regeln und wird dabei mehr und mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Als Sibyl Margot zu Dreharbeiten auf die Insel Stromboli nachreist, um sie psychologisch zu unterstützen, gerät ihr mühsam geordnetes Leben völlig aus den Fugen.
Justine Triet (VICTORIA) verbindet hier eindrucksvoll Drama und Mediensatire. Ihr erlesenes Schauspielensemble aus Virginie Efira (BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL), Adèle Exarchopoulos (NUREJEW – THE WHITE CROW) und Sandra Hüller (TONI ERDMANN) macht den Film zu einer brillanten schwarzen Komödie.
Nominierung für die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes 2019!
Der Film zeigt auf außergewöhnliche Weise, was nur das Kino kann: die Enthüllung der unendlichen Möglichkeiten einer Schauspielerin. – Cahiers du Cinéma


Voraussichtlich ab 16. Juli in Erstaufführung:

LA CORDILLERA DE LOS SUEÑOS (Die Kordillere der Träume)
Chile / Frankreich 2019 | span. O.m.U. | 85 Min.
Dokumentarfilm
Regie und Buch: Patricio Guzmán
Kamera: Samuel Lahu
Musik: Miranda y Tobar
Mit: Francisco Gazitúa, Vicente Gajardo, Pablo Salas, Jorge Baradit

LA CORDILLERA DE LOS SUEÑOS ist der Abschluss einer Trilogie, die der chilenische Regisseur Patricio Guzmán 2010 mit HEIMWEH NACH DEN STERNEN begann und 2015 mit DER PERLMUTTKNOPF fortführte. Im dritten
Teil widmet sich Guzmán, der seit dem Pinochet-Putsch 1973 im Pariser Exil lebt, den Anden und betrachtet die Natur seiner Heimat als Sinnbild der politischen Geschichte. 80 % der Oberfläche Chiles macht das Gebirge aus und ist doch ein blinder Fleck im chilenischen Bewusstsein – ähnlich wie die Gräuel der Diktatur und die ungebrochene Tradition des Widerstands gegen sie. Obwohl diese geschichtlichen Umstände bis heute die politischen und ökonomischen Realitäten des Landes weiterhin maßgeblich beeinflussen, wurden sie dennoch aus der Wahrnehmung der Gesellschaft verdrängt. Guzmáns bildstarker Dokumentarfilm ist darum auch ein Werk der Bewusstmachung und engagierten Aufarbeitung.
Cannes 2019 – Bester Dokumentarfilm.


Voraussichtlich ab 30. Juli in Erstaufführung:

UN DIVAN À TUNIS (Auf der Couch in Tunis)

Tunesien/Frankreich 2019 | frz. O.m.U. | 88 Min.
Regie und Buch: Manele Labidi
Kamera: Laurent Brunet
Musik: Flemming Nordkrog
Darsteller: Golshifteh Farahani, Majd Mastoura, Hichem Yacoubi u.a.

Die Psychologin Selma hat einen wahnwitzigen Plan: Aus Paris zurück in ihrem Heimatland Tunesien will sie eine Praxis für Psychotherapie eröffnen. Dabei stößt sie auf Skepsis und Widerstand – aber auch auf großes Interesse. Denn der Redebedarf der tunesischen Bevölkerung ist in den Jahren nach der Revolution enorm. Weil die bürokratischen Mühlen langsam mahlen, empfängt Selma ihre gesprächigen Kunden auf dem Dach eines Wohnhauses in Tunis. So trifft sie unter anderem auf eine hochemotionale Beautysalon-Besitzerin mit Mutterkomplexen, einen depressiven Imam, einen Mann mit politisch-erotischen Träumen, einen mysteriösen Fremden mit freudschen Zügen und ihre feministische Nichte, der ihr Kopftuch nach einem missglückten Friseurbesuch gerade recht kommt…
In ihrer Komödie widmet sich Regisseurin Manele Labidi mit feiner Ironie dem heutigen Tunesien am Scheideweg: amüsant und analytisch. In der Hauptrolle glänzt die iranische Schauspielerin Golshifteh Farahani (ALLES ÜBER ELLY, HUHN MIT PFLAUMEN). Der Film wurde mit dem Publikumspreis auf den Filmfestspielen Venedig 2019 ausgezeichnet und war bereits ein großer Erfolg in Frankreich!


Voraussichtlich ab 30. Juli in Erstaufführung:

MESTARI CHENG (Master Cheng in Pohjanjoki)

Finnland, China 2019
| Finnisch, Chinesisch O.m.U. | 114 Min.
Regie: Mika Kaurismäki
Buch: Hannu Oravisto
Kamera: Jari Mutikainen
Musik: Anssi Tikanmäki
Darsteller: Anna-Maija Tuokko, Pak Hon Chu, Kari Väänänen, Lucas Hsuan, Vesa-Matti Loiri

Auf der Suche nach einem alten finnischen Freund reist der chinesische Koch Cheng in ein abgelegenes Dorf in Lappland. Bei der Ankunft scheint niemand im Dorf seinen Freund zu kennen, aber die lokale Cafébesitzerin Sirkka bietet ihm eine Unterkunft an. Im Gegenzug springt Cheng in der Küche ein und bald werden die Einheimischen mit Köstlichkeiten der chinesischen Küche überrascht. Cheng findet trotz kultureller Unterschiede schnell Anerkennung und neue Freunde. Als sein Touristenvisum abläuft, schmieden die Dorfbewohner einen Plan …
Mika Kaurismäki, Weltreisender in Sachen Filmund Bruder von Aki Kaurismäki, überrascht mit einer lakonisch-romantischen Komödie, deren Zutaten er fein ausbalanciert hat: Viel Humor, eine große Portion Warmherzigkeit, etwas Schwermut, Sehnsucht und heiteres Sommerflair fügen sich zu einer Köstlichkeit, bei der finnisches Lokalkolorit auf chinesische Weisheit trifft.


Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

BOŻE CIAŁO (CORPUS CHRISTI)

Polen/Frankreich 2019 | poln. O.m.U. | 116 Min.
Regie: Jan Komasa
Buch: Mateusz Pacewicz
Kamera: Piotr Sobociński Jr.
Musik: Evgueni Galperine, Sacha Galperine
Darsteller: Bartosz Bielenia, Aleksandra Konieczna, Eliza Rycembel, Tomasz Zietek

CORPUS CHRISTI ist die Geschichte des 20-jährigen Daniel. Er hat eine kriminelle Vergangenheit, doch während seines Aufenthalts in einer Jugendstrafanstalt erlebt er eine spirituelle Erleuchtung. Er möchte fortan den Pfad der Tugend beschreiten und Priester werden – was aufgrund seiner Vorstrafen jedoch unmöglich ist. Als er nach seiner Entlassung in eine Kleinstadt geschickt wird, um dort zu arbeiten, nutzt er die Chance, gibt sich als Priester aus und stellt sich als neues Oberhaupt der Gemeinde vor. Und seltsamerweise beginnt sich mit der Ankunft des charismatischen Geistlichen auch das Dorf positiv zu verändern.
Hauptdarsteller Bartosz Bielenia brilliert in seiner faszinierenden Rolle als Priester ohne Weihe. Regisseur Komasa gelingt dabei mit seiner mitreißenden Erzählung ein subversives Bild des heutigen Polen.
Das mehrfach preisgekrönte polnische Drama basiert auf einer wahren Geschichte. CORPUS CHRISTI wurde nominiert für den Oscar 2020 als Bester Internationaler Spielfilm.


Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

NOTRE DAME (Notre Dame – Die Liebe ist eine Baustelle)

Frankreich 2019 | frz. O.m.U | 98 Min.
Regie: Valérie Donzelli
Buch: Valérie Donzelli, Benjamin Charbit
Kamera: Lazare Pedron
Musik: Philippe Jakko
Darsteller: Valérie Donzelli, Pierre Deladonchamps, Thomas Scimeca, Bouli Lanners, Virginie Ledoyen, Isabelle Candelier, Philippe Katerine

Eine fabelhafte französische Komödie von und mit Valérie Donzelli.
Mon Dieu! Die quirlige Pariser Architektin Maud weiß nicht mehr, wo ihr der Kopf steht: Ihr Chef piesackt sie ununterbrochen, ihr Ex-Mann belagert regelmäßig ihr Bett und jetzt ist sie auch noch schwanger. Da ist es Segen und Fluch zugleich, dass Maud wie durch Zauberhand die begehrteste Ausschreibung der Stadt gewinnt. Sie darf den historischen Vorplatz von Notre-Dame neu gestalten. Ob es ihr gelingt, zwischen Presserummel, liebestollen Männern und der exzentrischen Oberbürgermeisterin die Nerven zu behalten?
Mit ihrem sechsten Spielfilm erlaubt sich Regisseurin und Haupdarstellerin Valérie Donzelli (DAS LEBEN GEHÖRT UNS) wunderbar wirklichkeitsferne Ausreißer. Donzellis bissiger Humor entfaltet sich im romantischen Paris – zum großen Vergnügen der Zuschauer: eine fabelhafte Komödie, die bereits das Kinopublikum in Frankreich begeisterte. NOTRE DAME – DIE LIEBE IST EINE BAUSTELLE feierte Premiere auf der Piazza Grande beim Locarno Film Festival 2019 und kommt noch in diesem Jahr bundesweit in die Kinos.
»Pure Freude und unwiderstehliche Fantasie. Valérie Donzelli recycelt mit unendlicher Intelligenz und Subtilität die verrückten Einfälle von Jacques Tati.« ELLE
»Ein voller Erfolg.« Cahiers du Cinéma


Quelle Bild filmsboutique.com
Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

THERE IS NO EVIL (Sheytan vojud nadarad)

Iran / Deutschland / Tschechische Republik 2020 | Farsi O.m.U. | 150 Min.
Regie und Buch: Mohammad Rasoulof
Kamera: Ashkan Ashkani
Musik: Amir Molookpour
Darsteller: Ehsan Mirhosseini, Shaghayegh Shourian, Kaveh Ahangar, Alireza Zareparast, Salar Khamseh u.a.

Heshmat, ein vorbildlicher Ehemann und Vater, bricht jeden Morgen sehr früh auf. Wohin fährt er? Pouya kann sich nicht vorstellen, einen anderen Menschen zu töten, trotzdem bekommt er den Befehl. Javad ahnt nicht, dass sein Heiratsantrag nicht die einzige Überraschung für seine Geliebte an ihrem Geburtstag bleiben wird. Bahram ist Arzt, darf aber nicht praktizieren. Als seine Nichte ihn besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offenbaren.
Die vier Geschichten, aus denen THERE IS NO EVIL besteht, sind Variationen über die Themen moralische Kraft und Todesstrafe. Sie fragen danach, bis zu welchem Grad individuelle Freiheit unter einem despotischen Regime und scheinbar unentrinnbaren Bedrohungen möglich ist. Mohammad Rasoulof verknüpft sie narrativ nur lose, dennoch sind sie auf unerschütterliche und tragische Art miteinander verbunden. Angesichts der organisierten Unterdrückung scheint es nur eine Wahl zu geben: zwischen Widerstand und Überleben. Trotzdem fordert uns jede der abrupt abbrechenden Geschichten auf, darüber nachzudenken, wie Männer und Frauen auch in solchen Situationen ihre Freiheit behaupten können.
THERE IS NO EVIL ist der Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale 2020!


Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

EL ÚLTIMO TRAJE (Das letzte Geschenk)

Argentinien/Spanien 2017 | span. O.m.U. | 91 Min.
Regie und Buch: Pablo Solarz
Kamera: Juan Carlos Gómez
Musik: Federico Jusid
Darsteller: Miguel Ángel Solá, Ángela Molina, Martin Piroyansky, Natalia Verbeke, Julia Beerhold, Olga Boladz u.a.

Die Erinnerung ist wie ein Anzug, den man sich immer wieder aufs Neue zusammenschneidert. Mancher Faden mag sich unwiederbringlich lösen, aber Abraham, der 88 Jahre alte kauzige und gewiefte Schneider, hat noch vieles im Kopf: ein altes Versprechen zum Beispiel. Als seine Töchter ihn ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham kurzerhand ins Flugzeug und verschwindet. Er macht sich auf eine abenteuerliche Reise von Buenos Aires nach Polen. Dort will er den Jugendfreund suchen, der ihm während des Holocaust das Leben rettete, und ihm ein besonderes Geschenk bringen: den letzten von ihm handgefertigten Anzug.
Der eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa seine Fahrkarten, sein Geld, und fast auch sein Bein, trifft aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Da sind der abgebrannte Musiker Leo und die ruppige Hotelbesitzerin Maria mit einem Herzen aus Gold; da ist die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren ohne wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen; und schließlich die polnische Krankenschwester Gosia, die ihn von Warschau nach Lodz begleitet. Die Reise führt immer weiter, auch weiter in die Erinnerung. Der Film schafft eine anrührende Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit und gewann auf den Festivals in Miami und Philadelphia jeweils den Publikumspreis.


Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

ROJO – Wenn alle schweigen, ist keiner unschuldig

Argentinien/Brasilien 2018 | span. O.m.U. | 109 Min.
Regie und Buch: Benjamín Naishtat
Kamera: Pedro Sotero
Musik: Vincent van Warmerdam
Darsteller: Dario Grandinetti, Andrea Frigerio, Alfredo Castro, Diego Cremonesi

Der angesehene Rechtsanwalt Claudio Mora führt mit seiner Frau und seiner Tochter ein beschauliches Leben in der argentinischen Provinz im Jahr 1975. Während eine Welle politischer Gewalt die Städte überrollt, geht bei Mora alles seinen gewohnten Gang – bis er eines Abends im Restaurant mit einem fremden Mann in einen Streit gerät. Am nächsten Tag ist der Vorfall für Mora fast vergessen. Doch plötzlich taucht ein Privatdetektiv auf und beginnt, unbequeme Fragen zu stellen – und Moras Erfolgsrezept, bei allen Machenschaften in seinem Umfeld wegzuschauen, steht auf der Kippe.
Benjamín Naishtat festigt mit ROJO seinen Ruf als aufregende neue Stimme des argentinischen Kinos. Mit Elementen des Westerns und bitterböser Satire schildert der Noir Thriller beeindruckend elegant die lähmende Stimmung, die die argentinische Gesellschaft in den Vorwehen des Militärputschs von 1976 prägte. Er setzt dabei nicht nur auf parabelhaft starke Bilder, sondern auch auf das in alltäglichen Dingen liegende Makabre. ROJO öffnet den Blick auf eine Welt, in der niemand wirklich unschuldig ist und fesselt vom ersten bis zum letzten Bild.
ROJO wurde auf dem San Sebastian Filmfestival mit dem Preis für die Beste Regie, den Besten Schauspieler und die Beste Kamera ausgezeichnet. Eine hypnotische Kino-Perle!
„Stilvoll und herrlich finster – Benjamín Naishtats dritter Spielfilm ist grossartig.“ ‒ Variety


Voraussichtlich demnächst in Erstaufführung:

VIF ARGENT (Der flüssige Spiegel)

Frankreich 2019 | frz. O.m.U. | 106 Min.
Regie:Stéphane Batut
Darsteller: Thimotée Robart, Judith Chemla, Djolof Mbengue

Juste ist ein Geist und streift durch die Straßen von Paris, auf der Suche nach kürzlich verstorbenen Menschen, die nur er sehen kann. Er sammelt ihre letzten Erinnerungen und schickt sie dann auf die Reise ins Jenseits. Eines Tages begegnet Juste einer Frau, die ihn wiedererkennt. Die beiden sind sich schon einmal begegnet. Jetzt verlieben sie sich. Doch kann eine Liebe zwischen einem Geist und einer Lebenden funktionieren?

Das hochinteressante Langfilm-Debut von Stéphane Batut lief auf dem Filmfestival in Cannes und ist der Gewinner des Prix Jean Vigo 2019!