Vorschau

Im Theatiner:

 

 

Voraussichtlich ab 19. August in Erstaufführung:

LES PARFUMS (Parfum des Lebens)

Frankreich 2019 | frz. O.m.U. | 100 Min.
Regie und Buch: Grégory Magne
Kamera: Thomas Rames
Musik: Gaëtan Roussel
Darsteller: Emmanuelle Devos, Grégory Montel, Gustave Kervern, Zelie Rixhon, Sergi López

Anne Walberg ist eine Meisterin in der Welt der Düfte. Die einstige Star-Parfumeurin muss sich im Moment als einfache Geruchsberaterin über Wasser halten, nachdem sie zeitweise ihren Geruchssinn verloren hatte und in der Parfum-Branche abgemeldet ist. Das erfährt ihr neuer Fahrer Guillaume erst nach und nach, als sich die egozentrische und temperamentvolle Anne ihm gegenüber öffnet. Guillaume befindet sich selbst in Schwierigkeiten, scheint aber der Einzige zu sein, der keine Angst vor Anne hat. Als sie einen Rückfall erleidet, wendet sich das Blatt für beide.
LES PARFUMS ist ein intensives Spiel der leisen Töne, voller Humor und Charme. Mit Emmanuelle Devos (TRÄUM WAS SCHÖNES) und Grégory Montel sind die Hauptrollen mit zwei großartigen Charakterdarstellern besetzt.
»Ein Film, frisch, blumig und voll schöner Düfte und guter Aussichten.« Jérôme Enez-Vrial


Voraussichtlich ab 19. August in Erstaufführung:

THERE IS NO EVIL (Sheytan vojud nadarad / Doch das Böse gibt es nicht)

Iran / Deutschland / Tschechische Republik 2020 | Farsi O.m.U. | 150 Min.
Regie und Buch: Mohammad Rasoulof
Kamera: Ashkan Ashkani
Musik: Amir Molookpour
Darsteller: Ehsan Mirhosseini, Shaghayegh Shourian, Kaveh Ahangar, Alireza Zareparast, Salar Khamseh u.a.

Heshmat, ein vorbildlicher Ehemann und Vater, bricht jeden Morgen sehr früh auf. Wohin fährt er? Pouya kann sich nicht vorstellen, einen anderen Menschen zu töten, trotzdem bekommt er den Befehl. Javad ahnt nicht, dass sein Heiratsantrag nicht die einzige Überraschung für seine Geliebte an ihrem Geburtstag bleiben wird. Bahram ist Arzt, darf aber nicht praktizieren. Als seine Nichte ihn besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offenbaren.
Die vier Geschichten, aus denen THERE IS NO EVIL besteht, sind Variationen über die Themen moralische Kraft und Todesstrafe. Sie fragen danach, bis zu welchem Grad individuelle Freiheit unter einem despotischen Regime und scheinbar unentrinnbaren Bedrohungen möglich ist. Mohammad Rasoulof verknüpft sie narrativ nur lose, dennoch sind sie auf unerschütterliche und tragische Art miteinander verbunden. Angesichts der organisierten Unterdrückung scheint es nur eine Wahl zu geben: zwischen Widerstand und Überleben. Trotzdem fordert uns jede der abrupt abbrechenden Geschichten auf, darüber nachzudenken, wie Männer und Frauen auch in solchen Situationen ihre Freiheit behaupten können.
THERE IS NO EVIL ist der Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale 2020!


Voraussichtlich ab 19. August in Erstaufführung:

SOUS LES ÉTOILES DE PARIS (Unter den Sternen von Paris)
Frankreich 2020 | frz. O.m.U. | 90 Min.
Regie: Claus Drexel
Buch: Claus Drexel und Olivier Brunhes
Kamera: Philippe Guilbert
Musik: Valentin Hadjadj, Ton Cyril Moisson, Hervé
Guyader, Emmanuel de Boissieu
Darsteller: Catherine Frot, Dominique Frot, Mahamadou Yaffa, Jean-Henri Compère, Richna Louve

Seit mehreren Jahren lebt Christine unter einer Brücke in Paris. In einer kalten Winternacht trifft sie den achtjährigen Jungen Suli aus Eritrea, der auf dem Boden sitzt und weint. Suli ist auf der Suche nach seiner Mutter und spricht kein Wort Französisch. Beide sind ausgestoßen, leben am Rand der Gesellschaft; gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der verlorenen Mutter. Dabei stoßen sie auf viel mehr Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, als Christine je gedacht hätte.
Hauptdarstellerin Catherine Frot (EIN KUSS VON BEATRICE) meistert diese außergewöhnlichen Rolle.
»Ich fühle mich tief verbunden mit den Menschen, von denen zu oft ein verwahrlostes Bild gezeigt wird. Ich möchte ihre Schönheit, Sensibilität und Poesie zum Vorschein bringen.« Claus Drexel


Voraussichtlich ab 19. August in Erstaufführung
Sonntagsmatinée 22. August 11:00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Minsu Park, mit Filmgespräch im Anschluss:

CHADDR – UNTER UNS DER FLUSS

Deutschland 2020 | englisch und Ladakh O.m.U. | 88 Min.
Dokumentarfilm
Regie und Kamera: Minsu Park
Buch: Gregor Koppenburg
Musik: Henrik Ajax
Mit: Stanzin Tsangyang, Tundup Tsering u.a.

Der Chaddr im Himalaya ist einer der spektakulärsten Wege der Welt. Über 100 km müssen die Schüler aus dem indischen Dorf Zangla im Winter über das Eis des teilweise zugefrorenen Flusses gehen, um in die Provinzhauptstadt Leh von Ladakh, das auch indisches Tibet genannt wird, zu gelangen. In Leh gibt es das einzige weiterführende Internat der Region. Hier hofft die 18 jährige Tsangyang den Grundstein für ihre Zukunft, ein Stipendium für ein Studium in Neu Delhi, zu erlangen, denn die Landwirtschaft in ihrem Heimatdorf wird durch den Klimawandel und das Ausbleiben von Niederschlägen immer schwieriger. Während Stanzin und ihr Vater auf ihrem gefährlichen Weg auf jeden ihrer Schritte achten müssen, liegen um sie herum die von den Flüssen eingeschnittenen Täler des Himalayas wie aufgeschlagene Bücher der Erdgeschichte.
Ausgezeichnet mit dem FFF Förderpreis beim Dok.fest München 2020.


Voraussichtlich ab 26. August in Erstaufführung:

MARTIN EDEN

Italien/Frankreich/Deutschland 2019 – ital. O.m.U. – 129 min.
Regie: Pietro Marcello
Buch: Maurizio Braucci, Pietro Marcello nach dem Roman von Jack London
Kamera: Francesco Di Giacomo, Alessandro Abate
Musik: Marco Messina, Sacha Ricci
Darsteller: Luca Marinelli, Jessica Cressy, Carlo Cecchi, Marco Leonardi, Denise Sardisco

Als sich der Matrose Martin Eden in die großbürgerliche Elena Orsini verliebt, merkt er bald, dass sein Charme allein nicht ausreicht, um ihr Herz und das ihrer Eltern zu erobern. Ungestüm beginnt er, seine bescheidene Bildung zu erweitern. Er liest jedes nur verfügbare Buch, das Schreiben wird seine Leidenschaft. Kaum einer glaubt an ihn, selbst Elena verfolgt seine Arbeit mit nachsichtiger Herablassung. Das ändert sich erst, als Martin den Bohemien Brissenden kennenlernt, der das ungeheure Talent des radikalen Individualisten erkennt.
Pietro Marcello versetzt Jack Londons autobiografisch gefärbten Roman ins Neapel des frühen 20. Jahrhunderts. Er verwebt seine Rise-and-Fall-Geschichte mit den damaligen politischen Prozessen Europas in einer bildgewaltigen Textur aus eindrucksvollen 16mm-Aufnahmen. Hauptdarsteller Luca Marinelli (EINE PRIVATE ANGELEGENHEIT) wurde in Venedig 2019 als Bester Schauspieler ausgezeichnet.


Voraussichtlich ab 9. September in Erstaufführung:

LA FINE FLEUR (Der Rosengarten der Madame Vernet)

Frankreich 2020 | frz. O.m.U. | 94 Min.
Regie: Pierre Pinaud
Buch: Pierre Pinaud, Fadette Drouard, Philippe Le Guay
Kamera: Guillaume Deffontaines
Musik: Mathieu Lamboley
Darsteller: Catherine Frot, Melan Omerta, Fatsah Bouyahmed, Olivia Côte, Marie Petiot, Vincent Dedienne

Eve Vernet war einst eine berühmte Rosenzüchterin. Heute steht ihre traditionsreiche Gärtnerei im Burgund kurz vor der Insolvenz und droht von einem mächtigen Konkurrenten übernommen zu werden. Ihre treue Sekretärin Véra glaubt, eine Lösung gefunden zu haben, indem sie im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme drei neue Mitarbeiter ohne grünen Daumen einstellt. Obwohl die vier nichts miteinander gemeinsam haben, stürzen sie sich in das einmalige Abenteuer, den kleinen Betrieb zu retten.
Die Rolle der unabhängigen Madame Vernet ist Catherine Frot (EIN KUSS VON BÉATRICE) auf den Leib geschrieben. Eine graziöse französische Komödie, die den Zuschauer in die Wissenschaft der Blumenzüchtung im Burgund eintauchen lässt.
»Eine wunderbar duftende Geschichte mit charmanten Zwischentönen, die zum Durchhalten ermutigt.« Femme Actuelle


Voraussichtlich ab 16. September in Erstaufführung:

EIFFEL (Eiffel in Love)

Frankreich 2021 | frz. O.m.U. | 108 Min.
Regie: Martin Bourboulon
Buch: Caroline Bongrand
Kamera: Matias Boucard
Musik: Alexandre Desplat
Darsteller: Romain Duris, Emma Mackey, Pierre
Deladonchamps, Alexandre Steiger, Armande Boulanger, Bruno Raffaelli

Der gefeierte Ingenieur Gustave Eiffel hat gerade die Arbeit an der Freiheitsstatue beendet, als er im Auftrag der französischen Regierung etwas wahrhaft Spektakuläres für die Pariser Weltausstellung im Jahr 1889 entwerfen soll. Eigentlich möchte er nur die Metro designen und gerät nun stark unter Druck. Doch als Eiffel seine verloren geglaubte Jugendliebe Adrienne Bourgès
wiedertrifft, inspiriert ihn ihre verbotene Leidenschaft dazu, das Risiko auf sich zu nehmen und die Skyline von Paris für immer zu verändern. 100 Jahre nach der Französischen Revolution findet so eine ästhetische Revolution statt, die mit Eisen statt Stein die Moderne einläutet.
Das erste Gustave Eiffel gewidmete Filmbiographie ist mit Romain Duris in der Hauptrolle glänzend besetzt und mit Musik von Alexandre Desplat (INTRIGE) meisterlich untermalt. Regisseur Martin Bourboulon gibt das Versprechen:
»Sie werden den Eiffelturm mit völlig anderen Augen sehen!«


Voraussichtlich ab 30. September in Erstaufführung:

EL VIAJE EXTRAORDINARIO DE
CELESTE GARCÍA (Die außergewöhnliche Reise der Celeste García)

Kuba / Deutschland 2018 | span. O.m.U. | 92 Min.
Regie und Buch: Arturo Infante
Kamera: Javier Labrador Deulofeu
Musik: Magda Rosa Galban, Juan Antonio Leyva
Darsteller: Maria Isabel Díaz, Omar Franco, Néstor
Jiménez, Yerlin Pérez, Tamara Castellanos

Celeste García war früher Lehrerin. Jetzt gibt sie als Teilzeitkraft Führungen im Planetarium von Havanna. Eigentlich sehnt sich die 60-Jährige danach, ihr Leben zu verändern.
Eines Tages gibt die Regierung bekannt, dass in der kubanischen Gesellschaft schon seit längerem Aliens in menschlicher Gestalt leben. Einige ausgewählte Kubaner sollen nun die Möglichkeit erhalten, deren Heimatplaneten Gryok kennenzulernen. Da sieht Celeste ihre Chance auf ein erfüllteres Dasein gekommen. Sie nimmt die Einladung an und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Und sie ist nicht die einzige, die unbedingt dabei sein will.
Die warmherzige und im heutigen Kuba hochpolitische Science-Fiction-Komödie erzählt von Celestes Aufbruch ins Ungewisse, der sie zur ihrer ganz persönlichen Wahrheit und Emanzipation führt.


Voraussichtlich ab 14. Oktober in Erstaufführung:

GLI ANNI PIÙ BELLI (Auf alles, was uns glücklich macht)

Italien 2020 | ital. O.m.U. | 129 Min.
Regie: Gabriele Muccino
Buch: Gabriele Muccino, Paolo Costella
Kamera: Eloi Moli
Musik: Nicola Piovani
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Micaela Ramazzotti, Kim Rossi Stuart, Claudio Santamaria, Francesco Centorame

Als Kinder sind die vier Freunde Giulio, Gemma, Paolo und Riccardo
unzertrennlich. Doch im Laufe ihres Lebens führen persönliche Schicksalsschläge sowie Giulios und Paolos romantische Gefühle für Gemma dazu, dass sich die Lebenswege der Freunde immer wieder trennen – bis das Schicksal sie auf magische Art und Weise wieder zusammenführt.
Regisseur Gabriele Muccino (ZUHAUSE IST ES AM SCHÖNSTEN) erzählt in seiner neuen Komödie von einer Freundschaft zwischen Menschen, die er über vierzig Jahre hinweg begleitet – von ihrer Jugend in einer italienischen Kleinstadt in den 1980er Jahren bis ins Erwachsenenalter. Der Film spiegelt damit auch die Geschichte eines Landes wieder, das sich im Umbruch befindet. Muccinos Werk ist eine Hommage an die großen italienischen Filmemacher und geht der Frage nach, was uns als Menschen wirklich ausmacht. Eine wunderbare Erzählung über Freundschaft, Liebe und die Suche nach dem eigenen Lebensweg.



TRIBUTE TO ECM RECORDS
MANFRED EICHER | JEAN-LUC GODARD

„Er sucht, er hört zu, er vernimmt etwas, und dann versucht er auf der ganzen Welt Klanglandschaften zu schaffen, von denen andere Plattenproduzenten nicht einmal eine Ahnung haben.“ (Jean-Luc Godard über Manfred Eicher)

Manfred Eicher wird voraussichtlich bei allen Vorstellungen anwesend sein.


NOUVELLE VAGUE

Godard nimmt die Töne aus der Welt, ziseliert sie, isoliert sie aus ihrem eigentlichen Lebenszusammenhang. Nouvelle Vague erfindet eine konkrete Musik, die sich nicht nach Takten erfassen lässt, spielt mit dem Irrationalen. Könnten wir nicht anerkennen, dass wir aus demselben Material wie die Träume gemacht sind? (Claire Bartoli, Das innere Auge)
Frankreich / Schweiz 1980 | frz. / ital. / engl. O.m.U. | 89 Min. | 35mm
Regie: Jean-Luc Godard Buch: Richard Debuisine, Godard Kamera: William Lubtchansky, Christophe Pollock Musik: Paolo Conte, David Darling, Paul Hindemith, Meredith Monk, Dino Saluzzi, Arnold
Schönberg, Patti Smith Darsteller: Alain Delon, Domiziana Giordano


SOUNDS AND SILENCE

Unterwegs mit Manfred Eicher, der „steht immer abseits des musikalischen Geschehens, aber er ist doch das Zentrum, konzentriert, lauschend, prüfend, unnahbar, manchmal auch ein wenig dämonisch. Er weiß, was er will – und er kriegt es. Ein Sisyphusjob.
Einmal tanzt er spontan mit Arvo Pärt, da müssen wir uns ihn als einen glücklichen
Menschen vorstellen.“ (Fritz Göttler)
Schweiz 2009 | 87 Min.
Regie und Kamera: Peter Guyer, Norbert Wiedmer Musik: Arvo Pärt, Anouar Brahem, Eleni Karaindrou, Jan Garbarek, Dino Saluzzi, Anja Lechner, Gianluigi Trovesi, Marilyn Mazur, Nik Bärtsch, Kim Kashkashian

THE OLD PLACE

Ursprünglich eine Auftragsarbeit des Museum of Modern Art, wird dieser filmische Essay über die Rolle der Kunst im ausgehenden 20. Jahrhundert zu einer tiefgründigen Erforschung der menschlichen Natur, der Zeit selbst und des gegenwärtigen kulturellen Klimas der Welt.
Schweiz / USA 1999 | frz. / engl. O.m.U. | 47 Min.
Konzept und Realisation: Jean-Luc Godard, Anne-Marie Miéville


HOLOZÄN

Elementares Kino, ein alter Mann in seinem einsamen Haus in den Tessiner Bergen, ohne Kontakt zu Anderen, nur Meer und Berge, Steine und Schlamm, in kalte, klare Bilder gefasst. Erland Josephson ist der alte Mann, Herr Geiser, störrisch, verwittert, murmelnd, den Körper ertüchtigend. „Was heißt Holozän? Die Natur braucht keinen Namen, das weiß Herr Geiser. Die Gesteine brauchen sein Gedächtnis nicht.“ (Fritz Göttler)
Schweiz / Deutschland 1992 | 95 Min. | 35mm
Regie und Buch: Heinz Bütler, Manfred Eicher (in Zusammenarbeit mit Max Frisch, nach dessen Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“) Kamera: Giorgos Arvanitis Musik: Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Dimitri Schostakowitsch, Jan Garbarek, Keith Jarrett Darsteller: Sophie Duez, Erland Josephson


LE LIVRE D’IMAGE

„Erinnerst Du Dich noch daran, wie wir vor langer Zeit unsere Gedanken trainiert haben? Meistens gingen wir von einem Traum aus… Wir fragten uns, wie in völliger Dunkelheit Farben von solcher Intensität in uns entstehen konnten.“ (Jean-Luc Godard)
Schweiz 2018 | frz. / engl. / russ. / arab. O.m.U. | 85 Min.
Regie und Buch: Jean-Luc Godard Kamera: Fabrice Aragno, Jean-Paul Battaggia, Godard Musik: Editions ECM